Eine Sonderermittlungseinheit in Südafrika weist den deutschen Softwarehersteller SAP an, umgerechnet etwa 55 Millionen Euro zurückzuzahlen. Die Hintergründe.

Eine Sonderermittlungseinheit (SIU) in Südafrika hat den deutschen Softwarehersteller SAP angewiesen, umgerechnet etwa 55 Millionen Euro zurückzuzahlen. Verträge zwischen SAP und dem staatlichen Stromversorger Eskom, die bis 2016 zurückreichen, seien nicht rechtskräftig und müssten aufgehoben werden, sagte SIU-Sprecher Kaizer Kganyago der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Südafrikas Regierung habe die Vertragsabschlüsse nicht genehmigt, so Kganyago.

SAP kooperiere uneingeschränkt mit der SIU und anderen Behörden bei der laufenden Überprüfung der Eskom-Verträge, sagte SAP-Sprecher Daniel Reinhardt auf Anfrage in Walldorf. Erst Ende September hatte ein südafrikanisches Sondertribunal entschieden, SAP müsse Südafrikas Ministerium für Wasserversorgung umgerechnet 4,5 Millionen Euro aufgrund rechtswidriger Lizenzverträge zahlen.

SAP ist seit 2017 mit Korruptionsvorwürfen bei Geschäften mit südafrikanischen Behörden und staatlichen Unternehmen konfrontiert. Anfang 2018 hatte SAP Unregelmäßigkeiten eingeräumt. Dabei ging es vor allem um ungewöhnlich hohe Kommissionszahlungen in Millionenhöhe an Firmen einer damals regierungsnahen Unternehmerfamilie. Auch die US-Börsenaufsicht SEC ist in den Ermittlungen involviert.