Stuttgart - Im Januar 2021 ist die Schadstoffbelastung der Luft in Stuttgart weiter zurückgegangen. Nur an einem Tag wurde der Grenzwert für Feinstaub an der Messstation am Neckartor überschritten. Im Vorjahr hatte es im Januar sechs Überschreitungstage gegeben. Auch die Stickstoffdioxidwerte gehen weiter zurück.
Das durch Corona bedingte Böllerverbot zum Jahreswechsel hat sich beim Feinstaubwert am 1. Januar deutlich abgezeichnet. Statt 164 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter (bis zur Partikelgröße 10 Mikrometer) wie am 1. Januar 2020 wurden an Neujahr 2021 nur 11 Mikrogramm gemessen. Am einzigen Überschreitungstag (20. Januar) waren es 61 Mikrogramm. Der Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm. Er darf an maximal 35 Tagen im Jahr überschritten werden.
Zwar gibt es in Stuttgart keinen Feinstaubalarm mehr, mit dem die Öffentlichkeit vor einer erwarteten Überschreitung gewarnt wird. Geblieben ist aber das temporäre Betriebsverbot für Kaminöfen. Die Stadtverwaltung hatte es in Erwartung erhöhter Werte vom 14. bis 16. Januar ausgesprochen. Das Betriebsverbot war am 31. Januar 2017 vom Land verfügt worden. Die Verordnung ist befristet, sie gilt noch bis zum 15. April 2022.
LUBW meldet an zwei Stellen Überschreitung
Leicht reduziert hat sich auch die Stickstoffdioxidbelastung. An vier wichtigen Messstellen ging sie im 12-Monatsmittel bis Ende Januar gegenüber Ende Dezember um je ein Mikrogramm zurück: Am Neckartor von 38 auf 37, an der Hohenheimer und Hauptstätter Straße von 34 auf 33 und am Klett-Platz von 33 auf 32 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der Grenzwert liegt bei 40 im Jahresmittel.
Die CDU im Gemeinderat postuliert in einer Anfrage vom 25. Januar, dass 2020 in Stuttgart „erstmals an allen Messstellen alle Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid eingehalten wurden“ und fragt, ob es Überlegungen gebe, die Luftreinhaltemaßnahmen anzupassen. Die Annahme der CDU könnte falsch sein. Laut dem Landesamt für Umwelt (LUBW) gab es an einer Messstelle in der Pragstraße ein Jahresmittel von 42 und in der Talstraße von 41 Mikrogramm, also Überschreitungen. Die Daten seien vorläufig, so die LUBW.