Schädlingsbefall in Hildrizhausen Suche dauert noch Jahre

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Das Landratsamt zieht eine Bilanz der bisherigen Jagd auf den Asiatischen Laubholzbock und gibt einen Ausblick auf die künftige.

Die Hildrizhausener erduldeten die Rodung klaglos. Foto: 7aktuell.de/Ingo Reimer
Die Hildrizhausener erduldeten die Rodung klaglos. Foto: 7aktuell.de/Ingo Reimer

Hildrizhausen - Der Misserfolg ist der Erfolg. Trotz intensiver Suche mit Hilfe von Fachpersonal auch aus dem Ausland ist in Hildrizhausen bisher kein Asiatischer Laubholzbock mehr entdeckt worden, auch kein von Larven befallener Baum. Gleiches gilt für das benachbarte Altdorf, auch wenn dort die Kletterer erst im März beginnen werden, die Baumwipfel zu erkunden. Dass sie fündig werden, ist unwahrscheinlich. In Altdorf war ein einziger der exotischen Schädlinge gefunden worden. Dass die Käfer gleichsam ihre Umgebung erkunden, ist nicht ungewöhnlich.

Im August 2016 war der erste von ihnen gefunden worden. Trotz aller bisherigen Erfolgsmeldungen werden Spürhunde, Käfersucher und Baumkletterer weiterhin zum Alltag der beiden Gemeinden gehören. Darauf macht das Landratsamt nach einem Treffen mit Experten aus dem ganzen Bundesgebiet und der Schweiz aufmerksam. Ein Regelwerk, das die Europäische Union erlassen hat, schreibt vor, dass die Suchläufe regelmäßig wiederholt werden müssen. Erst wenn vier Jahre lang keines der Insekten mehr gesichtet wurde, gilt ein Befallsgebiet als schädlingsfrei.

Im Frühjahr könnten neue Käfer schlüpfen

Im Frühjahr könnten – sofern befallene Bäume übersehen wurden – aus Larven neue Käfer schlüpfen. Sollte dies der Fall sein, verschieben sich die ebenfalls von der EU festgelegten Befallszonen. Die Suche beginnt mit neuen Schwerpunkten von vorn. Gleiches gilt für die Vier-Jahres-Frist.

Der Käfer befällt kein Nadelgehölz, aber die meisten Arten von Laubbäumen, auch einige Obstbäume. Im engen Radius um die einst befallenen, inzwischen gefällten Bäume sind alle verdächtigen Gehölze entfernt worden, auch in Privatgärten. Vor fast exakt einem Jahr erduldeten die Hildrizhausener die Rodung klaglos. Auch Büsche und Sträucher rissen die Arbeiter aus der Erde. Jeder Zweig, der dicker ist als ein Bleistift, gilt als mögliche Wirtspflanze. Die Eigentümer der Gärten sind inzwischen zumindest symbolisch entschädigt worden – mit einem kostenlosen Baum pro Garten. Gepflanzt wurde Ahorn, der als unverdächtig gilt.

Im näheren Umkreis um die Fundorte ist inzwischen jedes Gehölz erfasst, das der Schädling erfahrungsgemäß zur Eiablage nutzt. Die Käferbekämpfer benutzen dafür eine Spezialsoftware auf ihren Smartphones. Die Arbeit wird in einem Baumkataster zusammengeführt und ist die Grundlage der wiederholten Suchläufe – genauso wie künftiger. Denn die nähere Umgebung der einstigen Wirtsbäume ist zwar eingehend erkundet. Das Gebiet, das gemäß EU zur erweiterten Befallszone gehört, reicht aber weit bis in den Schönbuch hinein.




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