Schafe und Schäfer, Tiere und Produkte, Beruf und Handwerk stehen im Mittelpunkt: Am Samstag, 23. April, und Sonntag, 24. April, lädt das Freilichtmuseum Beuren nach zweijähriger Coronapause wieder zu den Schäfertagen ein.
Die Württemberger Lammkönigin Alina Kerner eröffnet die Veranstaltung, die zum nunmehr 21. Mal stattfindet. Ein Schäfermarkt mit Produkten rund ums Schaf, kulinarische Spezialitäten vom Lamm sowie Vorführungen und Mitmachangebote für die ganze Familie gehören zum Programm. Jeweils von 11 Uhr bis 18 Uhr gibt es auf dem elf Hektar großen Museumsgelände immer etwas zu entdecken.
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An diesem Aktionswochenende soll auf vielfältige Weise über das Thema informiert werden: Die Schwäbische Alb ist ein Landschaftsraum, in dem sich über Jahrhunderte eine durch menschliches Wirtschaften geprägte Kulturlandschaft ausgebildet hat. Gerade die Beweidung mit Schafen und die Schafhaltung hat hier eine lange Tradition. Heute gibt es in Baden-Württemberg aber nur noch rund 110 Schäferinnen und Schäfer gibt, die diesen Beruf im Haupterwerb ausüben, und etwa 15, die die Wanderschäferei betreiben. Die Schäfertage, die seit 1999 meist am dritten Wochenende im April stattfinden, thematisieren diesen Wirtschaftszweig einst und heute.
Auch das Museum des Landkreises Esslingen für ländliche Kultur verfügt über eine kleine Herde mit 13 Merinolandschafen, welche die Streuobstwiesen bevölkern. Im Winter sind sie in einem mehr als 200 Jahre alten Schafstall aus Schlaitdorf untergebracht. Eine kleine, fest installierte Schafbadeanlage steht daneben. Darin wurden noch in den 1940er-Jahren Schafe gebadet, um sie von Parasiten zu befreien.
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Wie das Prozedere einst ausgesehen hat, können die Besucher miterleben: Die Museumsschafe werden an diesem Wochenende in dieser Anlage gewaschen und danach von einem Schafscherer von ihrem Winterfell befreit. Dazu gibt es fachmännische Informationen zur Wolle und ihrer Verwendung. Wie das einstige Hauptprodukt der Schafhaltung weiterverarbeitet wird, kann man Schritt für Schritt bei Vorführungen und Mitmachaktionen erfahren. Vom Kämmen über das Spinnen, Stricken, Weben und Filzen bis hin zum fertigen Kleidungsstück wird an unterschiedlichen Ständen und Stationen der Verarbeitungsprozess der Wolle gezeigt. Spielerisch informiert das Biosphärenmobil über die Kulturlandschaft der Schwäbischen Alb und die Bedeutung der Wanderschäferei. Einige Schafhalter aus der Region präsentieren ihre Tiere.
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Zu den Programmhöhepunkten gehören auch die Vorführungen von Border Collies und Kelpies, zwei speziell für die Schafhaltung gezüchtete Hunderassen, die ihr Können im Umgang mit den Schafen unter Beweis stellen. In einer Schafrassenschau informiert ein Experte über Neuzüchtungen und über das typische „Württemberger Schaf“: Zur Verbesserung der Zucht wurde im Jahr 1786 eine Herde von Merinoschafen aus Frankreich und Spanien nach Württemberg eingeführt. Aus der Einkreuzung entwickelte sich eine eigenständige Rasse, später auch „Merinolandschaf“ genannt. Heute sind 70 Prozent aller Schafe in Baden-Württemberg Merinolandschafe.
Markt mit Produkten rund ums Schaf
Auf dem Schäfermarkt können sich die Besucher mit Milch- und Fleischprodukten sowie mit Schafwolle und Wollerzeugnissen eindecken. Erstmals zu sehen sind bei dieser Veranstaltung die überlebensgroßen Figuren aus Schafwolle der Künstlerin Veronika Missel. Auch für abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung ist gesorgt. Unter anderem tritt der Musikverein Bad Urach auf, der die Tänzerinnen und Tänzer des Uracher Schäferreigens unterstützt.
Das Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren
Museum
Präsentiert werden auf dem elf Hektar großen Areal 25 historische Gebäude, die aus verschiedenen Dörfern des Mittleren Neckarraums und der Schwäbischen Alb nach Beuren umgesetzt wurden.
Eintritt
Für Erwachsene werden sieben Euro Eintritt erhoben, für Schüler im Alter zwischen sechs und 17 Jahren sowie Auszubildende und Studierende sind es 3,50 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Zugang.
Anreise
Es empfiehlt sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da die Parkplätze am Museum begrenzt sind. Am Sonntag, 24. April, wird einen kostenloser Shuttledienst angeboten. Der Bus verkehrt ab 10.30 Uhr regelmäßig bis 18 Uhr zwischen dem gebührenfreien Ausweichparkplatz im Tiefenbachtal zwischen Nürtingen und Beuren und der Haltestelle am Museum.