Schafftag der Diakonie Stetten Schrauben statt Zahlenkolonnen

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Beim Schafftag der Diakonie Stetten haben Beschäftigte fachfremder Firmen mitgeholfen – so zum Beispiel Mitarbeiter des Daimler-Controllings im Waiblinger Berufsbildungswerk.

Daimler-Mitarbeiter legen beim Schafftag  an den Bänken im Berufsbildungswerk Waiblingen letzte Hand an. Foto: Gottfried Stoppel
Daimler-Mitarbeiter legen beim Schafftag an den Bänken im Berufsbildungswerk Waiblingen letzte Hand an. Foto: Gottfried Stoppel

Waiblingen - Wie bekommt man hölzerne Sitzflächen einer Bank auf ein Eisengestell, wie befestigt man das Ganze dann stabil im Freien? Für Josip Niksic sind das am Freitagmorgen, als er ins Berufsbildungswerk Waiblingen (BBW) kam, noch fremde Dinge gewesen. „Ich habe heute Morgen hier bei null angefangen“, sagt der Mann, der normalerweise in Sindelfingen in einer Abteilung arbeitet, welche die Zahlen des Chinageschäftes des Daimler-Konzerns kontrolliert. Heute ist Niksic mit 20 Leuten seiner Abteilung zum Schafftag der Diakonie Stetten angerückt, alle mit dem Ziel das Sozialunternehmen kennenzulernen und vor allem die Jugendlichen, die im Berufsbildungswerk Waiblingen (BBW) unterrichtet werden. „Ich wollte vor allem wissen, wie sie leben und wie sie hier arbeiten“, sagt der Daimlerbeschäftigte. Eines wird er auf jeden Fall mitnehmen – dass ihre Arbeit keine leichte Tätigkeit ist: „Heute Abend wird mir die Hand wehtun“, sagt Niksic.

Den Schafftag gibt es bereits zum vierten Mal, 190 Freiwillige aus 18 Firmen haben am Freitag daran teilgenommen. Die Daimler-Controlling Abteilungen FMB/PP und FMB/PC aus Mettingen (Kreis Esslingen) und Sindelfingen (Kreis Böblingen) sind schon zum zweiten Mal mit von der Partie. Sie haben von sich aus darum gebeten, erneut zum Schafftag kommen zu dürfen, sagt Achim Köhler, der Schulleiter der Johannes-Landenberger-Schule. Von den Arbeitgebern werde das wohlwollend begleitet, der Daimlerkonzern unterstütze den Wunsch nach Sozialerfahrung seiner Angestellten. Im vorigen Jahr habe man noch einen freien Tag dafür nehmen müssen, jetzt würden die Beschäftigten, die sich freiwillig gemeldet haben, freigestellt.

Die Daimlerleute sehen das Schnuppern im Sozialen als große Bereicherung. „Mir macht es großen Spaß, mich hier zu engagieren“, sagt Marion Bäuerle, die zusammen mit der Studienpraktikantin Ilona Leitenberger als eine der ersten eine fertig verschraubte Bank vorweisen kann – dem leichten Respekt zum Trotz, welchen die jungen Frauen anfänglich vor der Standbohrmaschine hatte, mit welcher sie die Löcher durch die Bretter gebohrt haben. „Ich engagiere mich gerne für soziale Projekte“, sagt Marion Bäuerle. Der Schafftag der Diakonie gebe ihr die Chance, dies praktisch umzusetzen.

Auch Rolf Eisenschmid, der Fachlehrer für Agrartechnik und gelernte Gartenbauer, ist von den freiwilligen Daimler-Schaffern angetan. Morgens hat er sie in das Betonieren der Bänke auf das Straßenpflaster unterwiesen, während sein Schreinerkollege in der Werkstatt die Werkzeuge zur Holzbearbeitung erklärt hat. „Die Sache läuft gut“, sagt Eisenschmid.

Der Umstand, dass ein kleines Brett eingefügt werden musste, weil die Breite der Bretter nicht zur Breite der Bank gepasst hatte, stört ihn nicht. „Das sieht im Nachhinein kein Mensch“, sagt der Fachlehrer. Nur eines würde er beim nächsten Schafftag ändern. Die Daimlerleute, die nicht nur arbeiten, sondern auch einiges über den Hintergrund der Schüler erfahren wollen, hatten es diesmal mit eher jüngeren und ruhigen Auszubildenden zu tun. „Nächstes Mal holen wir einige der älteren Schüler dazu, damit der Austausch intensiver wird“, sagt Eisenschmid.




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