Schatzsuche in Polen Schatzsucher findet statt Nazi-Goldzug historische Gemälde

Von /dpa 

Der polnische Hobby-Historiker Piotr Koper ist eigentlich für seine Suche nach dem sagenumwobenen Goldzug bekannt, konnte die mit Kriegsbeute beladenen Waggons bisher aber nicht finden. Überraschend hat er nun an ganz anderer Stelle einen anderen Schatz entdeckt.

Der Baunternehmer Piotr Koper steht im Innenhof des Schloss Adelsbach. Während der Sanierung des Schlosses entdeckten seine Arbeiter die ungewöhnlichen Wandbilder aus der Renaissance von Herrschern verschiedener Epochen hinter mehreren Schichten Putz und Farbe. Foto: dpa 9 Bilder
Der Baunternehmer Piotr Koper steht im Innenhof des Schloss Adelsbach. Während der Sanierung des Schlosses entdeckten seine Arbeiter die ungewöhnlichen Wandbilder aus der Renaissance von Herrschern verschiedener Epochen hinter mehreren Schichten Putz und Farbe. Foto: dpa

Struga/Walbrzych - Der polnische Goldzugjäger Piotr Koper freut sich über einen völlig unerwarteten Fund: Bei Renovierungsarbeiten am niederschlesischen Schloss Adelsbach (Palac Struga) deckte er ganz zufällig jahrhundertealte Gemälde böhmischer und deutscher Herrscher auf.

„Plötzlich blickte ich einem Kaiser direkt ins Gesicht“, sagte Koper, der als Hobby-Historiker bekannt wurde, aber eigentlich Bauunternehmer ist. Sein Team ist mit der Renovierung des rund 700 Jahre alten Schlosses betraut.

Dabei deckte der Pole überraschend aus der Renaissance stammende Porträts früherer Kaiser auf. „Ich habe Farbspuren entdeckt und den Putz an der Stelle vorsichtig entfernt“, berichtete Koper. Eigentlich ist der Mann für die Suche nach einem sagenumwobenen Goldzug bekannt, den Nazis Legenden zufolge vor der heranrückenden Sowjetarmee versteckten haben sollen.

Gemälde statt Goldzug

Diesen fand Koper bisher aber nicht. Umso mehr die Freude über den jetzigen Erfolg. „Das waren ganz große Emotionen“, schilderte er seine Freudengefühle angesichts der etwa 500 Jahre alten Porträts. Seinen Traum sieht er aber nicht erfüllt: „Es ist eben nicht der Goldzug“, sagt Koper, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert. „Ich bin da weiter dran“, versichert er, obwohl es nach einer gescheiterten Grabung 2016 um den Hobby-Schatzjäger still geworden war.

Koper verrät, er sammele Geld für die weitere Suche. Der Pole hat auch schon einen neuen Plan: „Ich werde an anderer Stelle graben.“ Den schatzträchtigen Ort verrät er aber nicht. „Sonst pilgern da gleich morgen Menschenmassen hin.“

Wo ist das Nazi-Gold?

Der Verbleib des Raubgolds nach dem Zweiten Weltkrieg ist bis heute weitgehend ungeklärt. Gut zwei Drittel der geraubten Goldreserven konnten bis 1996 durch die damit beauftragte „Tripartite Gold Commission“ (TGC) an die Ursprungsländer zurückgegeben werden.

Die TGC (mit vollem Namen „Tripartite Commission for the Restitution of Monetary Gold“) war eine Einrichtung der drei Siegermächte Großbritannien, Frankreich und den USA in Brüssel, die 1946 gegründet wurde. Sie hatte den Auftrag, das von Nazi-Deutschland entführte oder geraubte Gold (circa 337 Tonnen) an die Ursprungsländer zurückzugeben.

Angeblich soll Adolf Hitlers Privatsekretär Martin Bormann das Raubgold in den letzten Tagen des Krieges im Toplitzsee im österreichischen Salzkammergut oder im Walchensee bei Bad Tölz im oberbayerischen Mittenwald versteckt haben. Ein US-Taucherteam scheiterte im Juli 2000 im Toplitzsee. Auch die intensiven Suchaktionen im Stolpsee im Norden Brandenburgs wurden 2013 ergebnislos abgebrochen.