VfB Stuttgart Schlangestehen an der Schiedsrichterkasse sorgt für Ärger

, aktualisiert am 08.04.2025 - 16:19 Uhr
Gewohntes Bild bei VfB-Heimspielen: Lange Schlange an der Schiedsrichterkasse Foto: Scheu

Eintrittskarten für Heimspiele des VfB Stuttgart sind ein begehrtes Gut. Das gilt auch für das Kontingent der Schiedsrichterkarten, deren Vergabepraxis für Ärger sorgt.

Sport: Gregor Preiß (gp)

Die Kassenanlage 1 an der Mercedesstraße bietet bei Heimspielen des VfB Stuttgart regelmäßig eine kleine Zeitreise. Schlangestehen am Kassenhäuschen ist angesagt, wo hinter einer kleinen Glasscheibe ein Mitarbeiter die Eintrittskarten über den Tresen reicht.

 

Wie früher. Als es noch nicht zum Standardprogramm zählte, dass Heimspiele des VfB Stuttgart wie jenes am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Werder Bremen wie selbstverständlich ausverkauft sind und sich die Fans der Weiß-Roten ihre Tickets online ordern. So sie denn welche bekommen. Als man sich stattdessen an den Kassenhäuschen noch direkt vor Anpfiff ein Kärtchen sichern konnte. Für die große Mehrheit der weiß-roten Fangemeinde gehört das längst zur Vergangenheit.

Heimspiele des VfB Stuttgart sind seit Jahren ausverkauft Foto: Baumann

Nicht so für die kleine Gruppe der Schiedsrichter. Sie holen sich ihre Karten noch immer am Kassenhäuschen an der Mercedesstraße ab – und das sorgt seit geraumer Zeit für Ärger. Hintergrund: Für die lizenzierten Unparteiischen – im Bereich des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) etwa 4000 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter – sind gemäß Vorgaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) 0,5 Prozent des Kartenkontingents im Bereich der ersten und zweiten Liga als Freikarten vorgesehen. Für VfB-Spiele also 300 Karten. Die sind heiß begehrt, der große Run auf Tickets macht angesichts der zwei Jahre andauernden Erfolgswelle der Hoeneß-Elf innerhalb der Schiedsrichtergilde keine Ausnahme.

Das Problem bei der Sache: Die wenigen Freikarten gibt es nur vor Ort – und die reichen meist bei weitem nicht aus. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Der Rest geht leer aus. Weshalb es immer wieder Klagen von Schiedsrichtern gibt. Über weite Anfahrtswege, ewiges Anstehen und dem vorzeitigen Abreisen unverrichteter Dinge. Weil das kleine Kontingent schnell erschöpft ist.


WFV entscheidet sich gegen Online-Vergabe

Klagen, die auch schon den VfB erreicht haben. Doch der ist nur bedingt zuständig und verweist an den Verband. Als größte Schiedsrichtergruppe innerhalb des WFV stehen dem VfB 40 der 300 Karten zu, über deren interne Vergabe jüngst Abteilungsleiter Kai Engler gestolpert ist. Doch das ist eine andere Geschichte. Die Ausgabe der 260 übrigen Schiedsrichterkarten am Kassenhäuschen mit persönlicher Kontrolle des Ausweises habe sich bis auf wenige Ausnahmen bewährt, heißt es beim WFV. Durch die gemeinsame Abholung der Karten vor dem Stadion biete sich die Möglichkeit, das Spiel miteinander zu sehen, was bei einer digitalen Vergabe nur schwierig umzusetzen sei. Technisch würde sich eine Online-Kartenvergabe zwar umsetzen lassen. Aber die Möglichkeiten der Manipulation beziehungsweise des Weiterverkaufs der Tickets wären hier noch größer, teilt der WFV weiter mit.

Für den Moment scheint der Status quo: Wie man es macht, ist es verkehrt. Denn am Problem, dass zu viele Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter bei VfB-Heimspielen für zu wenige Karten umsonst anstehen, dürfte sich so schnell nichts ändern.

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