Schienenausbau in Stuttgart Verkehrsclub: Engpässe bei Stuttgart 21 vermeiden
Das Land plant bereits den Schienenverkehr nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 im Jahr 2025. Für mehr Verkehr wären wohl zusätzliche Gleise nötig.
Das Land plant bereits den Schienenverkehr nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 im Jahr 2025. Für mehr Verkehr wären wohl zusätzliche Gleise nötig.
Stuttgart. - Das Land will bereits vor der Inbetriebnahme der neuen Schieneninfrastruktur des Projekts Stuttgart 21 Erweiterungsmöglichkeiten bauen. Konkret soll ein Anschluss an den Tunnel geschaffen werden, der von Bad Cannstatt zum S-21-Tiefbahnhof führt („P-Option“ mit Nutzung des Pragtunnels). Züge, die aus Feuerbach in den Durchgangsbahnhof fahren, könnten dann in den deutlich weniger ausgelasteten Zulauf aus Bad Cannstatt wechseln.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die Pläne des Landes für die P-Option begrüßt. Damit würden Engpässe im Nordzulauf aus Feuerbach vermindert. Hier sei die S-21-Planung bereits mit der angestrebten Verdoppelung der Fahrgastzahl überlastet. Bund und Deutsche Bahn AG wollen, auch aus Klimaschutzgründen, dass die Bahn bis 2030 doppelt so viele Fahrgäste aufnehmen kann wie heute. Bewerkstelligt werden soll dies mit dem Deutschlandtakt, der alle wichtigen Bahnhöfe verbindet. Dazu gehören Ausbauten, auch ein neuer Tunnel für Hochgeschwindigkeitszüge, der an die Strecke Mannheim-Stuttgart anknüpft und in den bestehenden S-21-Tunnel zwischen Feuerbach und dem Tiefbahnhof münden soll. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat den Deutschlandtakt als größtes Projekt im Eisenbahnbereich seit der Bahnreform von 1994 bezeichnet.
Der VCD sieht nicht nur im Zulauf aus Norden auf den Tiefbahnhof, sondern auch in dessen acht Gleisen ein Hemmnis. „Die nicht erweiterbaren acht Gleise werden für die Zukunft nicht ausreichen“, so der Stuttgarter VCD-Vorsitzende Christoph Link. Daher sei der Erhalt „wesentlicher Teile des Kopfbahnhofs unverzichtbar“. Nur mit Zusatzgleisen am Hauptbahnhof könnten weitere Express-S-Bahnen und Metropolexpresslinien in die Innenstadt führen, so Link.
Der VCD fordert, dass sowohl die P-Option als auch das so genannte Nordkreuz, eine Querverbindung zwischen Bad Cannstatt und Feuerbach samt Anknüpfung der Gäubahnstrecke an die S-Bahn Richtung Feuerbach und Bad Cannstatt, „mit dem Erhalt des Kopfbahnhof kompatibel bleiben“. Das sei zur Umleitung der S-Bahn bei Störungen wichtig und könne die S-Bahn durch tangentiale Verbindungen entlasten.
Den für den Deutschlandtakt vorgesehenen neuen ICE-Tunnel lehnt der Verkehrsclub nicht ab. Bedingung für den Bau müsse aber sein, dass er klimaneutral bewerkstelligt werden könne.
Land und Stadt haben der weiteren Nutzung des alten Kopfbahnhofes eine Absage erteilt. Die Stadt will auf den Gleisflächen Wohnungen für das Rosensteinquartier bauen. Das Land lässt begutachten, ob und wie eine Zusatzstation mit vier Gleisen am neuen Tiefbahnhof machbar wäre. Die Gleiszuführungen sollen in Tunneln liegen, sodass der Wohnungsbau möglich bleibt. Die Kosten für die P-Option waren in einem Papier des Verbands Region Stuttgart aus dem Jahr 2017 mit 160 Millionen Euro beziffert worden.