Stuttgart - Klimaschutz, 1,5-Grad-Ziel, Verkehrswende, Verdoppelung des Bahn- und Busverkehrs – diese Schlagworte prasseln aus Brüssel, Berlin und Stuttgart auf die Bürger ein. Wer wollte etwas gegen die Begrenzung des Ressourcenverbrauchs, gegen umweltverträglichen Verkehr sagen? Bund und Bahn streben mit dem Deutschlandtakt eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen an, dazu sollen Zuläufe aus Mannheim und Zürich nach Stuttgart mit Milliarden ausgebaut werden.
Der Tiefbahnhof ist nicht erweiterbar
In Stuttgart selbst wird es dann eng. Die ersten Überlegungen für den neuen, achtgleisigen Tiefbahnhof des Projekts Stuttgart 21 stammen aus dem Anfang der 90er Jahre. Die Infrastruktur wird nach 35 Jahren Planungs- und Bauzeit 2025 ans Netz gehen. Wird sie die neuen Anforderungen dann noch bewältigen können? Das wird schwierig, denn schon 2025 werden etliche Gleise zu den Hauptverkehrszeiten mit zwei Zügen gleichzeitig belegt sein. Ein wenig Luft wäre wohl noch, aber können dann noch gute Qualität und Zuverlässigkeit geboten werden?
Der Appell von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), jetzt über Ausbauten nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 zu sprechen, kommt nicht zu früh. Der Tiefbahnhof kann nicht erweitert werden. Setzt die Stadt ihre geplante Bebauung auf den Gleisflächen um, sind Ergänzungen der Bahn-Infrastruktur in der City nicht mehr möglich. Höchste Zeit also, dass das für den Nahverkehr zuständige Land und die Stadt über die Zukunft der Bahn sprechen. Dafür liefert die Machbarkeitsstudie für den Ergänzungsbahnhof eine gute Grundlage.