Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen versuchten Totschlag zum Nachteil von vier Personen. Ab Freitag, 17. März, müssen sich vier junge Männer im Alter von 20 und 21 Jahren vor der Jugendkammer des Landgerichts Stuttgart dafür verantworten. Den Angeklagten wird vorgeworfen, Anfang September vergangenen Jahres an einem Schusswechsel zwischen mehreren Personen im Esslinger Stadtteil Mettingen beteiligt gewesen zu sein. 20 weitere Prozesstage sind angesetzt, das Urteil wird nach jetziger Planung erst Mitte September erwartet.
Projektile am Tatort
Es geschah am Abend des 5. September 2022. Der Notruf ging gegen 22.45 Uhr ein. Zeugen alarmierten die Polizei. Mehrere junge Männer sollen auf einem Platz vor einer Gaststätte in der Obertürkheimer Straße in Esslingen-Mettingen aufeinandergetroffen und miteinander in Streit geraten sein. Im Laufe der Auseinandersetzung fielen mehrere Schüsse. Die Polizei rückte mit einem großen Aufgebot von Einsatzkräften des Präsidiums Reutlingen und benachbarter Präsidien an. Doch die Beteiligten waren nach der Schießerei in verschiedene Richtungen geflüchtet. Am Tatort konnten später mehrere Projektile sichergestellt werden. Verletzt wurde niemand. Im Polizeibericht ist von einem „Schusswechsel zwischen offenbar rivalisierenden Verdächtigen“ die Rede.
Verhaftungen in den Folgewochen
Die sofort eingeleitete Fahndung nach den Beteiligten an der Schießerei verlief zunächst erfolglos. Doch unmittelbar nach der Tat wurde eine zwölfköpfige Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizeidirektion Esslingen eingerichtet, die mit Hochdruck an der Identifizierung der Tatverdächtigen arbeitete. Durch diese Ermittlungsarbeit konnten in den Folgewochen mehrere Festnahmen vermeldet werden. Ende September nahmen Spezialkräfte des Polizeipräsidiums einen 21-Jährigen aus Stuttgart an seiner Arbeitsstelle fest. Er war der Polizei bereits wegen anderer Gewaltdelikte bekannt. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen beschlagnahmten die Ermittler drei erlaubnispflichtige Schusswaffen. Am 1. Oktober kam er in Untersuchungshaft.
Spuren ermöglichen Festnahmen
Die Ermittlungen gingen weiter. Nach der Auswertung gesicherter Spuren wurde Ende Oktober ein gleichaltriger, mutmaßlicher Komplize aus Esslingen an seiner Wohnanschrift verhaftet. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei einen nach dem Waffengesetz verbotenen Teleskopschlagstock und ein Pistolenmagazin. Anfang November wurden zwei weitere mutmaßliche Beteiligte an der Schießerei in Mettingen im Alter von 20 und 21 Jahren festgenommen, die Komplizen der beiden zuvor verhafteten Verdächtigen sein könnten. Nun beginnt der Prozess.