Schlafforscher Ysbrand van der Werf „Schlafstörungen sind bisher unterschätztes Problem“

Von red/epd 

Nach dem niederländischen Schlafforscher Ysbrand van der Werf hat die Kombination aus schlechtem Schlaf und Müdigkeit viele negative Auswirkungen. Nun gibt es Tipps für einen guten Schlaf.

Stress, Kaffee und Co: Menschen mit Einschlafproblemen können selbst etwas zu einem guten Schlaf beitragen (Symbolbild). Foto: dpa-tmn 7 Bilder
Stress, Kaffee und Co: Menschen mit Einschlafproblemen können selbst etwas zu einem guten Schlaf beitragen (Symbolbild). Foto: dpa-tmn

Esslingen/Amsterdam - Schlafstörungen stellen nach Ansicht des niederländischen Schlafforschers Ysbrand van der Werf ein bisher unterschätztes Problem dar. Die Kombination aus schlechtem Schlaf und Müdigkeit am Tag habe enorme Folgen für die Wirtschaft, das persönliche Wohlbefinden, die Verkehrssicherheit sowie die körperliche und mentale Gesundheit, schreibt er in seinem Buch „Ausgeschlafen. Alles über guten Schlaf“, das am 18. März im Patmos-Verlag in Ostfildern (Esslingen) erschienen ist.

Viele Unfälle, die mit Haushaltsgeräten oder schwerem Gerät verursacht werden, stünden in einem großen Maße mit Schläfrigkeit oder Konzentrationsverlust in Zusammenhang, die auf Schlafstörungen zurückgehen, betonte der Neurowissenschaftler.

Mehr Arbeitsunfälle bei Menschen mit Schlafstörungen

Man habe errechnet, dass acht Prozent der Menschen, die unter einer Schlafstörung (Insomnie) leiden, einen Arbeitsunfall verursachen, hingegen nur ein Prozent der Menschen ohne diese Erkrankung. Auch der Arbeitsausfall sei bei Menschen mit Schlafstörung doppelt so hoch wie bei Menschen mit gesundem Schlaf. Die Krankheitskosten von Menschen mit Schlaflosigkeit seien ebenfalls um ein Vielfaches höher als bei Menschen ohne Schlafstörung. Deshalb dürften Schlafstörungen nicht ignoriert werden, sondern müssten als solche erkannt und gegebenenfalls behandelt werden, so van der Werf.

Den letzten Schätzungen zufolge seien weltweit etwa zehn Prozent von der Schlafstörung Insomnie betroffen. Zähle man alle gelegentlichen Schlafbeschwerden sowie Schlafbeschwerden als Begleiterscheinungen anderer Erkrankungen mit, so liege die Quote bei etwa bei 30 Prozent. „Damit ist Schlaflosigkeit womöglich das weltweit am häufigsten auftretende Leiden“, sagte der Experte, der am niederländischen Institut für Neurowissenschaften der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Amsterdam arbeitet.




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