Schlagzeilen des Jahres (1) Die wahren Helden sind die Handballer und die Helfer

Manuel Späth jubelt mit dem EHF-Cup. Foto: Rudel/Archiv
Manuel Späth jubelt mit dem EHF-Cup. Foto: Rudel/Archiv

Der Kreis Göppingen von Januar bis Mai: Bis zur Landtagswahl sind alle gespannt, wer die Mandate erringen wird. Es gibt einige Überraschungen. Danach geht der Kreis Göppingen dann aber wieder zur Tagesordnung über.

Region: Corinna Meinke (com)
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Göppingen - Jahresrücklick von Januar bis Mai: Bis zur Landtagswahl sind alle gespannt, wer die Mandate erringen wird. Danach geht der Kreis zur Tagesordnung über.

12. Januar: Den Bauern geht es um die Wurst. Die Landwirte im Kreis prangern den Verfall der Schweinefleischpreise an. Bei einer Protestaktion auf dem Göppinger Marktplatz machen sie mit Dumpingpreisen für heiße Rote zu 12 Cent das Stück ihrem Ärger Luft.

27. Januar: Der OB steht auch am Steuer unter Strom. Als bis dato einziger Verwaltungschef im Landkreis fährt der Geislinger Oberbürgermeister Frank Dehmer einen elektrisch betriebenen Dienstwagen. Dehmer eifert damit seinem Vorgänger Wolfgang Amann nach, er wechselte allerdings dessen E-Klasse gegen ein bescheideneres C-Klasse-Modell aus.

2. Februar: Eine Zwölfjährige wird zum Quotenhighlight. Nicht nur für das zwölfjährige Tanzmariechen Pauline ist das ein Karrieresprung. Mit der Live-Übertragung der Prunksitzung des Landesverbands Württembergischer Karnevalsvereine aus der Donzdorfer Stadthalle durch den Südwestrundfunk haben die Donzdorfer Narren die landesweite Gunst der Fernsehzuschauer ergattert und den Esslinger Jecken den Rang als mediale Narrenhochburg abgelaufen.

12. Februar: AfD-Mann Höcke darf in Geislingen reden. Rund 250 Bürger in Geislingen demonstrieren gegen eine Veranstaltung der Partei Alternative für Deutschland (AfD) im Kapellmühlsaal. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Stuttgart das von Hausherr und Oberbürgermeister Frank Dehmer verhängte Hausverbot gegen den Hauptredner Björn Höcke nach dessen umstrittenen Äußerungen über das Gebärverhalten von Afrikanern aufgehoben.

14. März: Überraschende Ergebnisse hat die Landtagswahl dem Kreis Göppingen beschert. Der 24-jährige Grüne Alexander Maier hatte im „Jugendduell“ mit dem 28-jährigen Kreisvorsitzenden der Jungen Union Simon Weißenfels die Nase vorn und zieht als jüngster Abgeordneter der Region in den Landtag ein. Die CDU fährt eine historische Niederlage ein, und nur die Kreisvorsitzende Nicole Razavi in Geislingen schafft den Wiedereinzug mit einem hauchdünnen Vorsprung. Ausgerechnet die gebeutelten Genossen stellen am Ende mit Peter Hofelich und Sascha Binder wieder zwei Abgeordnete, während für die AfD erstmals Heinrich Fiechtner ins Parlament zieht.

17. März: Der Landrat spricht von einem Geislinger Dilemma. Wird der neue Bundesverkehrswegeplan so umgesetzt, endet der B-10-Ausbau mitten in Geislingen. Um der Stadt die Verkehrslawine zu ersparen, fordert der Göppinger Landrat Edgar Wolff das Planungsrecht nicht nur bis Geislingen-Mitte, sondern bis Geisingen-Ost. Kreispolitiker aller Couleur verlangen ebenfalls die Entlastung Geislingens in einem Zug. Vergeblich, wie sich im Laufe des Jahres zeigen sollte.

31. März: Ein Millionencoup holt die Wohnbau ein: Vor zehn Jahren hat Göppingens städtische Wohnbaugesellschaft WGG 388 Wohnungen an einen britischen Pensionsfonds für 23 Millionen Euro verkauft. Die Briten verkaufen im Frühjahr an den deutschen Wohnimmobilienkonzern Vonovia. Ihr Vorkaufsrecht kann die WGG nicht nutzen, weil nicht die Immobilien, sondern das gesamte deutsche Tochterunternehmen den Besitzer wechselt.

15. April: Die „einmalige Geschichte“ wird fortgesetzt. Maren Huber und Ralf Hokenmaier aus Bad Boll bereiten einen Hilfstransport auf die griechische Insel Lesbos vor. Sie wollen die Flüchtlingshelfer auf Lesbos mit einer Krankenstation, Kleidung und Schuhen versorgen.

25. April: Ein Streiter für den Herrn sagt Ade. Nach gut 30 Jahren im Amt verabschiedet sich der katholische Dekanatsreferent Felix Müller in den Ruhestand. Ursprünglich hatte er sich zum Diplom-Vermessungsingenieur ausbilden lassen. Im Dekanat hat er die Notfallseelsorge und die Pilgerwege mit initiiert.

3. Mai: Das Tafelsilber steckt im roten Klinkerbau. Für das zwölf Millionen Euro teure Rathaus haben die Eislinger ihre Rücklagen geplündert. In dem von einem mehrstöckigen Atrium beherrschten neuen Verwaltungsgebäude haben die 103 Mitarbeiter nun endlich einen gemeinsamen Dienstsitz.

12. Mai:Für MS-Kranke zeigt sie ihr Gesicht.Die Diplomverwaltungswirtin und rechte Hand des Göppinger Landrats, Susanne Leinberger, wirbt in einer bundesweiten Kampagne unter ihren Leidensgenossen für den Sport. Bei gutem Wetter radelt sie mit ihrem dreirädrigen Pedelec sogar zur Arbeit.

18. Mai: Der Marktplatz trägt wieder mal Grün-Weiß. Mehr als 1000 Fans bereiten den Frisch-Auf-Handballern nach dem Sieg im EHF-Cup einen rauschenden Empfang im Herzen der Stadt. Die Göppinger haben sich nach einer schier endlos langen internationalen Durststrecke, die sie mit den Erfolgen 2011 und 2012 beenden konnten, erneut den Europapokal geholt.

25. Mai: Die Tomaten werden häufig rationiert. Der Ebersbacher Tafelladen des Roten Kreuzes bittet um Geld- und Sachspenden. Die Waren in den Regalen reichen nicht mehr für alle Bedürftigen. Außerdem werden freiwillige Helfer händeringend gesucht, weil das Team dringend auf weitere Ehrenamtliche angewiesen ist.

28. Mai: Auf der Jagd nach multiresistenten Keimen. In den Alb-Fils-Kliniken haben sich seit Januar 16 Patienten mit Enterokokken infiziert. Weil gegen die Verbreitung dieser multiresistenten Darmkeime vor allem Hygiene hilft, wird in allen Stationen künftig täglich alles ein- bis zweimal desinfiziert, was Patienten und Besucher oft anfassen. Außerdem werden Desinfektionsmittelspender aufgestellt und die Mitarbeiter geschult. Auch eine externe Hygienefachkraft wird eingestellt.




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