Schlechtes Ergebnis der Grundschulen im Land „Das ist nicht überraschend“

Von Martin Haar/dpa 

Ein neue Studie stellt den Grundschülern des Landes ein miserables Zeugnis aus. Für die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Stuttgarter Schulen ist dieses Ergebnis keine Überraschung. Die Gründe für das schlechte Abschneiden seien vielschichtig.

Nach einer Studie haben die  Grundschulen in Baden-Württemberg schlecht abgeschnitten. Foto: dpa
Nach einer Studie haben die Grundschulen in Baden-Württemberg schlecht abgeschnitten. Foto: dpa

Stuttgart - Den Grundschülern im Land hat eine Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Laut des IQB sei der Bildungsstandard an den Grundschulen in ganz Deutschland ist im Zeitraum zwischen 2011 und 2016 massiv abgesunken. Extrem schlecht schnitten im Vergleich aber die Grundschüler aus Baden-Württemberg ab.

„Ich habe mit diesem Ergebnis gerechnet“, sagt Kathrin Grix, die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats (GEB) der Stuttgarter Schulen. Die Gründe für das schlechte Abschneiden der Grundschüler bei den Themen Schreiben und Rechnen seien vielschichtig: „Denn die Umbrüche in der Grundschule sind groß. Auch die Veränderungen im Lehramtsstudium greifen noch nicht, das braucht noch etwas Zeit. Zudem ist die Schülerhaft extrem heterogen. Da spielen Themen wie Inklusion und Migration mit rein. Aber auch das Spektrum der Kinder, die aus dem Kindergarten kommen ist enorm breit geworden. Manche können bereits lesen, manche aber können noch nicht einmal einen Stift halten.“

Schon 2016 hatte eine Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zum Stand der Neuntklässler für Aufregung gesorgt. Die Leistungen der Grundschüler in Baden-Württemberg haben sich massiv verschlechtert. Das geht aus der Studie IQB-Bildungstrends hervor, die die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin veröffentlichte. Im Fach Deutsch belegten die Schüler im Ländervergleich demnach Platz 13 – nach dem fünften Rang im Jahr 2011. Der Anteil derer, die den Mindeststandard nicht erreichten, lag bei 13,4 Prozent. Beim Zuhören kamen die im Jahr 2016 geprüften Viertklässler nur noch auf den neunten Rang, nachdem sie zuvor Zweitplatzierte waren. In Mathematik stürzte das Landesergebnis regelrecht ab: Nur 62 Prozent erreichten den Mindeststandard oder übertrafen ihn. Das ist ein Minus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zu 2011. Im Ländervergleich wich Baden-Württemberg am stärksten vom Wert aus 2011 ab.




2 Kommentare Kommentar schreiben

Kein Wunder: ....wenn man als Elternteil Lehrer und Schuldirektoren dazu motivieren muss den Kindern etwas mehr als "5 Minuten Hausaufgaben" aufzugeben oder wenn man von Lehreren korrigierte Test nachkorrigiern muss, da weitere Fehler "leider übersehen" wurden. Ich frage mich wie unsere Kinder die Grundlagen in Rechtschreibung und Mathematik richtig lernen sollen wenn man Ihnen nicht einmal beibringen kann was definitiv richtig oder falsch ist?

Inklusion berücksichtigt?: Die letztjährigen Viertklässler sind meines Wissens die ersten in Ba-Wü, bei denen Inklusionskinder an "normalen" Grundschulen mit aufgenommen wurden. Dies sollte nicht außer acht gelassen werden bei der Studie.

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