Im Museum der Illusionen gibt es verblüffende optische Täuschungen zu bestaunen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Es sind Sommerferien in Baden-Württemberg, aber der Wetterbericht verheißt nichts Gutes – wir haben Tipps für Ausflüge in Stuttgart und Umgebung, die auch bei miesem Wetter gehen.
Auch in den Sommerferien besteht keine Sonnen-Garantie. Wer nicht das Glück hat, jetzt an der Côte d’Azur oder der Adria am Strand zu liegen, fragt sich: Was machen wir nur bei diesem schlechten Wetter? Wir haben Tipps zusammengestellt – Trockenbleiben garantiert.
1. Probesitzen in der Strampe: Straßenbahnmuseum in Bad Cannstatt
Foto: Horst Rudel/imago
Ein Trip in die Vergangenheit: Kinder staunen, wie seltsam früher die gelben Stadtbahnen aussahen und Erwachsene schwelgen in Erinnerungen – das Straßenbahnmuseum in Bad Cannstatt macht Großen und Kleinen Spaß. Durch viele der ausgestellten Straßenbahnen darf man durchgehen und Probe sitzen. Wer in Stuttgart geboren und über 40 ist, dem dürfte im legendären GT4 das Herz aufgehen – die gute alte Strampe, die erst in den Nullerjahren endgültig ausgemustert wurde. Videos aus der Zeit, als die Straßenbahnen noch über den Schlossplatz fuhren oder den Botnanger Sattel hinaufruckelten, machen die Zeitreise perfekt. Und wer schon immer mal wissen wollte, wie so eine Bahn genau funktioniert, kann sich einen Waggon von unten ansehen. Immer sonntags fährt außerdem die Oldtimerlinie 23 vom Straßenbahnmuseum ab.
2. Verrückte Welt: Museum der Illusionen am Mailänder Platz
Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Hier steht die Realität Kopf – im Museum der Illusionen ist klein groß, unten oben und wenig so, wie es auf den ersten Blick scheint. Am Mailänder Platz dreht sich alles um optische Täuschungen. Mitmachen und anfassen ist gewünscht. Nach dem Staunen kommt der Aha-Effekt – bei jeder Installation steht dabei, was wissenschaftlich dahinter steckt. Einen ganzen langen verregneten Nachmittag darf man hier leider nicht verbringen: Der Museumsbesuch ist auf eine Stunde angelegt. Tickets bucht man am besten im Internet, denn das noch recht neue Museum, eröffnet mitten in der Pandemie 2020, ist sehr gefragt.
Museum der Illusionen, Mailänder Platz 27, Stuttgart-Mitte
3. Klettern und Rutschen: Boulderhalle Vels in Vaihingen
Foto: Vels
In der Boulderhalle in Stuttgart-Vaihingen kann die ganze Familie an den Boulderfähigkeiten feilen. Für die Erwachsenen steht eine Fläche von 1600 Quadratmeter zur Verfügung – für Profis und Einsteiger. Die kleinen Besucherinnen und Besucher können sich im Kinderland an den Boulderwänden austoben. Für die Kleinsten, die sich noch nicht an die Wand trauen gibt es eine Ritterburg samt Rutsche. Wer sich körperlich betätigt, braucht zwischendurch natürlich Stärkung: Im Bistro werden Pizza, Brezeln, Muffins, Kuchen und Getränke verkauft.
4. Stuttgart in klein: Miniaturwelten im Hindenburgbau
Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Die Königstraße, das Schloss Rosenstein, die Wilhelma und natürlich der Hauptbahnhof mit seinem Gleisfeld – alles im Maßstab 1:160. Im Hindenburgbau am Arnulf-Klett-Platz ist das Wunderwerk eines einzigen Mannes zu bestaunen: Wolfgang Frey, der in 15 Jahren detailverliebter Kleinarbeit die Landeshauptstadt Stuttgart nachbaute. Seit 1979 hatte der inzwischen verstorbene Fahrdienstleiter der Bahn in einem Zwischengeschoss der S-Bahn-Haltestelle Schwabstraße an seinem Stuttgart im Miniaturformat gepuzzelt – lange Zeit, ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon mitbekam. Von Donnerstag bis Sonntag können die Miniaturwelten nachmittags besichtigt werden.
5. Rätselhafter Haushalt: Museum der Alltagskultur in Waldenbuch
Foto: Museum der Alltagskultur/Roger Buerke
Outdoor-Spiele, Varieté, Eis – das Museum der Alltagskultur in Waldenbuch lädt bis 10. September zum „Sommererlebnis im Schlosshof“. Wenn der nächste Schauer kommt, ist das eine gute Gelegenheit, um in das äußerst unterhaltsame Museum zu gehen, das selbst bei gutem Wetter Erwachsene wie Kinder begeistert – ob es die Mitmachausstellung „Geht doch! Erfindungen, die die Welt (nicht) braucht“ ist oder die Ratestationen zu kuriosen Haushaltsgeräten vergangener Epochen. Aber auch die Dauerausstellung rund ums Wohnen ist anregend und erhellend.
Museum der Alltagskultur, Schloss Waldenbuch, Kirchgasse 3, Waldenbuch
6. Kunst und Süßes im Quadrat: Museum Ritter in Waldenbuch
Foto: Museum Ritter/Tom Oettle
Ein Besuch in Waldenbuch lohnt sich doppelt, schließlich ist hier die Heimat von Ritter Sport Schokolade. Auf dem Firmengelände steht ein schönes Museum mit Kunst rund ums Quadrat und gibt es eine Ausstellung über alles, was man zu Schokolade wissen sollte. Im Anschluss kommt man allerdings kaum am SchokoLaden vorbei, in dem es kiloweise Süßes im Quadrat gibt.
Museum Ritter, Alfred-Ritter-Straße 27, Waldenbuch
Sind Sonnenstürme womöglich eine Gefahr für die Erde? Und wie könnte ein Ausflug zum Mars aussehen? Das können Kinder im Planetarium erfahren. Dort geht man täglich in mehreren Vorführungen geheimnisvollen Fragen rund ums Weltall nach. Einige der Vorführungen sind bereits für Kinder ab einem Alter von vier Jahren geeignet. Die Vorstellungen dauern je nach Altersempfehlung 45 bis 60 Minuten. Wer Musik mag, ist in der Pink-Floyd- und Queen-Show richtig. Mit originalen Musik-, Bild- und Videoaufnahmen werden beide Bands jeweils rund 60 Minuten lang in der Planetariumskuppel gefeiert.
8. Dinos und Wale in der Stadt: Die Naturkundemuseen im Rosensteinpark
Foto: Imago/imageBROKER/Wolfgang Diederich
Dinos und Urviecher sind immer spannend. Anfang des Jahres hat das Rosensteinmuseum Stuttgart neue Innenhöfe rund um Wal und Elefant eröffnet. In dem Stuttgarter Museum kann man sich in Unterwasserwelten begeben und Tiere der Tropen treffen. Wer Lust auf Spiel und Technik hat, kann sich die neue Spiele-App kostenlos runterladen und auf Entdeckungsreisen im Museum und im Park gehen. Eine Reise zurück zu den Anfängen erwartet die Besucher im Naturkundemuseum „Am Löwentor“. Spannende Einblicke gibt es im Bernsteinkabinett: Hier kann man winzige Insekten begutachten, die vor Millionenjahren ihren Weg in den Bernstein gefunden haben. Absolut faszinierende und detailgenaue Ansichten. Rekonstruierte Skelette geben einen anschaulichen Eindruck davon, wie riesengroß Dinos waren. Und sollte der Regen doch mal aufhören: Auf dem ganz neuen Spielplatz um die Ecke können Kinder ordentlich toben.
Museum am Löwentor und Schloss Rosenstein, Rosenstein 1, Stuttgart-Nord
9. So lebten die Ur-Ur-Urgroßeltern: Freilichtmuseen Beuren und Wackershofen
Foto: Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen
Wie wohnten Bauern vor 100 Jahren, wo hat man damals Wäsche gewaschen und hatten Kinder ein eigenes Zimmer? Fragen, die im Freilichtmuseum, im wahrsten Sinne des Wortes, anschaulich beantwortet werden. In den 25 beziehungsweise 70 originalgetreu aufgebauten Häusern in den Freilichtmuseen in Beuren und in Schwäbisch Hall-Wackershofen können große und kleine Besucher die Geschichte des bäuerlichen Alltags in Baden-Württemberg aus der Nähe erfahren. Neben den Dauerausstellungen bieten beide Museen ein Sonderprogramm (auch zum Mitmachen) an. Wer beispielsweise schon immer wissen wollte, wie ein Haus ins Museum kommt, bekommt das in Beuren erklärt. Im Freilichtmuseum Wackershofen dürfen Kinder zum Beispiel ausprobieren, wie früher Butter hergestellt wurde. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.
In den Sommermonaten locken eigentlich die Freibäder – doch bei Regenwetter bietet das Leuze eine gute Alternative für Wasserratten. Neben einer großzügigen Badelandschaft mit neun Becken, die aus zwei Heilquellen gespeist werden, und dem Saunabereich, gibt es auch das Kinderland. Hier dürfen sich Familien mit Kindern bis sieben Jahre austoben. Wasserrutschbahn, Bodensprudler, Fontänen und Unterwasserscheinwerfer sorgen für zusätzliche Unterhaltung.