Schleichweg in Echterdingen/Steinenbronn Alte Poststraße: Stadt verschärft Kontrollen

Von Leonie Schüler 

Die Schranke, die eigentlich die Durchfahrt verhindern soll, steht meist offen. Daher gibt es erneut mehr Schleichverkehr auf der Alten Poststraße zwischen Echterdingen und Steinenbronn. Das Ordnungsamt will nun handeln, und zwar nicht nur mit Kontrollen.

Derzeit steht die Schranke an der Schlösslesmühle meist noch weit offen. Das soll sich ändern: Die Gemeinden wollen sie nun wieder fest verriegeln. Foto: Leonie Schüler
Derzeit steht die Schranke an der Schlösslesmühle meist noch weit offen. Das soll sich ändern: Die Gemeinden wollen sie nun wieder fest verriegeln. Foto: Leonie Schüler

Echterdingen/Steinenbronn - Eine Schranke, die offen steht, funktioniert nicht. Zu dieser Erkenntnis ist das Ordnungsamt der Stadt Leinfelden-Echterdingen in den vergangenen Tagen gekommen. Infolge der Berichterstattung unserer Zeitung darüber, dass die Schranke an der Alten Poststraße häufig offen steht, habe der Schleichverkehr wieder zugenommen. „Wir werden die Kontrollen intensivieren“, kündigt Gerd Maier, der Leiter des Bürger- und Ordnungsamts, als Maßnahme an. Bereits an diesem Wochenende werden Mitarbeiter vor Ort kontrollieren, ob jemand unberechtigt durchfährt.

Außerdem prüft die Verwaltung laut Maier, die Schranke mit einem Schloss fest zu verriegeln. „Wir werden dafür sorgen, dass die Schranke nun wieder zu ist. Es kann keiner darauf vertrauen, dass sie ständig offen steht“, warnt der Amtsleiter. Anfang April, als die Schranke neu installiert worden war, hatte schon einmal ein Vorhängeschloss die Durchfahrt verhindert. Lediglich die Stadt und Anlieger wie Forst- und Landwirtschaft, die Betreiber der Schlössles- und Walzenmühle sowie Rettungsdienste hätten einen Schlüssel gehabt. „Das bereitete aber Probleme, deshalb haben wir das Schloss wieder weggenommen“, sagt Maier. „Wir gingen davon aus, dass es nicht extra benötigt wird.“

Moderne Technik wäre sehr teuer

Nun werde geprüft, auf welche Art die Schranke verschlossen werden kann. Es gebe Gespräche mit den Gemeinden Steinenbronn und Waldenbuch über das künftige Vorgehen. Zum Beispiel seien infolge der jüngsten Aufmerksamkeitswelle Firmen an die Stadt herangetreten und hätten spezielle Technik angeboten, die mit Kennzeichenerkennung die Schranke öffnet und schließt. Maier kündigt an, verschiedene Lösungen in der Verwaltung zu diskutieren. Er gibt aber zu bedenken, dass es sich um eine sehr teure Lösung handeln würde und die Gefahr von Vandalismus bestehe. Das habe einst auch gegen versenkbare Poller gesprochen, die im Winter beheizt werden müssten, um nicht festzufrieren. Die derzeit angebrachte Schwenkschranke mitsamt den Pollern und der Beschilderung habe lediglich rund 1000 Euro gekostet, da die Schranke aus dem Bestand genommen werden konnte.

Streit dauert seit Jahrzehnten an

Gerd Maier betont, die Verwaltung versuche, bei dem seit Jahrzehnten andauernden Konflikt sowohl die Bedürfnisse der Anlieger als auch des Naturschutzes miteinander in Einklang zu bringen. „Wir versuchen die Quadratur des Kreises.“ Mit dem Testbetrieb von Schranke plus Pollern, der ein Jahr andauern soll, sei ein Konsens gefunden worden, bei dem alle Betroffenen mitgemacht hätten. „Schranke und Poller haben dafür gesorgt, dass man nicht durchfahren, aber trotzdem beide Seiten erreichen kann. Das war eine Kompromisslösung“, erklärt Maier die gewählte Variante. Mit dem kleinstmöglichen Eingriff sei das größtmögliche Ziel erreicht worden – vorübergehend. „Da wir merken, dass es nicht funktioniert, müssen wir die Zügel wieder anziehen.“