Schleichweg zwischen L.-E. und Steinenbronn Freie Fahrt nur für Kröten

Die Schranke an der Alten Poststraße zwischen Leinfelden-Echterdingen und Steinenbronn ist zu. Nur noch Kröten und Fußgänger sollen passieren dürfen.

Dieses Bild einer offenen Schranke gehört der Vergangenheit an. Foto: Archiv Leonie Schüler
Dieses Bild einer offenen Schranke gehört der Vergangenheit an. Foto: Archiv Leonie Schüler

Echterdingen - Während am Möhringer Probstsee weniger Kröten unterwegs sind als früher, scheint es den Kröten im Siebenmühlental unverändert gut zu gehen. Damit das auch so bleibt, ist die Schranke an der Alten Poststraße jetzt zu und mit einem Schloss gesichert. So sagt es Gerd Maier, Leiter des Ordnungsamts in Leinfelden-Echterdingen. „Wir kontrollieren verstärkt, und wer trotzdem hier fährt, bekommt ein Bußgeld. Die Leute können sich jetzt nicht mehr herausreden.“

„Schleichverkehr um bis zu 90 Prozent zurückgegangen“

Denn nicht nur wandernde Kröten sind im Wald zwischen Echterdingen und Steinenbronn unterwegs, sondern auch wandernde Waldspaziergänger zu Fuß. Für beide Gruppen gefährlich: die Autofahrer, die sich die vollen Straßen sparen wollen und lieber die Abkürzung durch den Wald nehmen. Darum steht seit vergangenem Frühjahr hier eine Schranke. Der Reiterhof Walzenmühle und die Gastronomie der Schlösslesmühle sind trotzdem noch erreichbar.

Laut Klaus Limbächer von der Walzenmühle ist die Schranke eine „gute, erfolgreiche Maßnahme“. Seiner Einschätzung zufolge sei der Schleichverkehr durch den Wald um rund 80 bis 90 Prozent zurückgegangen. „Die Schranke ist eine gelungene Lösung“, sagt er.

Walter Stäbler, Wirt der Schlösslesmühle, hatte in der Vergangenheit die Schranke einen „Schildbürgerstreich“ genannt und Einbußen im Betrieb befürchtet. Aktuell möchte er sich gegenüber unserer Zeitung nicht zur Situation äußern.

Im Mai wird entschieden, wie es weitergeht

Der FDP-Stadtrat Wolfgang Haug, der sich schon lange für eine Schranke eingesetzt hatte, hat unlängst kritisiert, dass die Schranke häufig offen stand und so ihren Zweck nicht erfüllen konnte. „In der Regel war es so, dass die Schranke zu war“, ist alles, was Gerd Maier dazu sagen möchte. Er betont aber: „Seit Jahrzehnten ist dort ein Durchfahrtsverbot, und die Zufahrt nur für Anlieger frei.“

Im vergangenen Jahr sei die Schranke aufgebaut worden, um dieses geltende Recht unterstützend durchzusetzen. Die Förster im Gebiet sowie die beiden Mühlenwirte seien informiert, dass ab sofort auch wieder verstärkt kontrolliert werde. „Im Mai werden wir uns dann zusammensetzen und überlegen, wie der Pilotversuch, der auf ein Jahr ausgelegt war, gelaufen ist“, erklärt Maier. Dann soll besprochen werden, ob es mit oder ohne Schranke weitergeht, oder mit einer ganz neuen Maßnahme.