Oskar Schlemmer ist einer der bedeutendsten Künstler der klassischen Moderne. Bei der im November geplanten Schau in der Staatsgalerie wird auch das Triadische Ballett aufgeführt.

Kultur: Adrienne Braun (adr)

EStuttgart - ine schlechte Nachricht gibt es: Die legendäre „Bauhaustreppe“, eines der zentralen Werke von Oskar Schlemmer, wird nicht nach Stuttgart kommen. Das Museum of Modern Art in New York leiht das Gemälde nicht mehr nach Deutschland aus, weil die Schlemmer-Erben schon einmal verhindern wollten, dass es nach einer Reise nach New York zurückkehrte. „Das Bild wird wohl nicht mehr nach Deutschland kommen“, sagt Ina Conzen, „weil es Rückführungsschwierigkeiten geben könnte.“ Conzen ist die Kuratorin der Großen Landesausstellung zu Oskar Schlemmer, welche die Staatsgalerie Stuttgart am 21. November eröffnen wird. Es ist seit 1977 die erste große Ausstellung des Künstlers. Weil es immer wieder Schwierigkeiten mit den Erben gab, wagte sich in den vergangenen Jahren kein Ausstellungshaus mehr an diesen Meister.

 

Bei der Stuttgarter Ausstellung werde man deshalb den „bekanntesten unbekannten Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts entdecken“, sagt Christiane Lange, die Direktorin der Staatsgalerie. 200 Werke werden ausgestellt, die Hälfte sind nationale und internationale Leihgaben. Auch bei diesen habe man viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, so Conzen, „viele Werke sind außerordentlich fragil“. Aus konservatorischen Gründen kann die Ausstellung später nicht auf Reisen gehen.

Bekenntnisse eines unpolitischen Künstlers

Die Ausstellung wird Schlemmers verschiedene Lebens- und Arbeitsphasen spiegeln, die Studien- und Kriegsjahre, die Zeit am Bauhaus, den Nationalsozialismus, als Schlemmer zu den verfemten Künstlers gehörte. Conzen will aber auch untersuchen, wie sich Schlemmer, der sich als dezidiert unpolitischer Künstler verstand, im Dritten Reich verhielt – so schrieb er eigens an Joseph Goebbels, dass das Reich der Künstler „nicht von dieser Welt“ sei.

Das Bayerische Nationalballett ist derzeit dabei, mit Nachwuchstänzern das Triadische Ballett von Schlemmer zu rekonstruieren, ein experimentelles Ballett, das 1922 in Stuttgart uraufgeführt wurde. Der Tänzer Gerhard Bohner rekonstruierte 1977 Schlemmers Kostüme, die nun erneut zum Einsatz kommen werden. Am 4. Juni wird das Triadische Ballett bereits in München uraufgeführt, am 24. und 25. November wird es begleitend zur Ausstellung im Stuttgarter Kammertheater zu sehen sein.