Der Tarifkonflikt für etwa 30 000 Beschäftigte bei den Bodenverkehrsdiensten an deutschen Flughäfen ist ausgestanden – Streiks sind damit endgültig vom Tisch. Bei einem Schlichtungsverfahren in dieser Woche haben die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), der Arbeitgeberverband der Bodenabfertigungsdienstleister (ABL) und die Gewerkschaft Verdi ein Tarifpaket vereinbart.
Verdi hatte Scheitern der Übernahmegespräche erklärt
Dies war notwendig geworden, weil sich beide Lager zuvor nicht auf eine wertgleiche Übernahme des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst vom 6. April einigen konnten, sodass Verdi die Verhandlungen für gescheitert erklärte. Die Bodenverkehrsdienste umfassen zentrale Dienstleistungen an Flughäfen wie das Be- und Entladen von Flugzeugen, die Gepäckabfertigung, Passagierbetreuung sowie weitere für den reibungslosen Luftverkehr unverzichtbare Services.
„Es ist uns nicht nur gelungen, das Ergebnis für den öffentlichen Dienst in Bund und Kommunen auf die Bodenverkehrsdienste zu übertragen“, erläutert Yvonne Sachtje, die unparteiische Vorsitzende im Schlichtungsverfahren. Die Einigungsempfehlung reiche auch weiter als die Übertragung der Einigung für den Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (TVÖD). Neben finanziellen Verbesserungen werde eine um ein Jahr verlängerte Laufzeit des Entgelttarifvertrages empfohlen. So werde der Branchentarifvertrag gestärkt, und Arbeitskampfmaßnahmen seien für die nächsten beiden Jahre ausgeschlossen.
Annahme der Schlichtungsempfehlung steht kurz bevor
Der Tarifvertrag soll nun bis Ende März 2027 laufen. Empfohlen wird auch eine Erhöhung der Entgelte um 3,0 Prozent (mindestens 110 Euro) zum 1. April 2025 und ein weiteres Plus zum 1. Mai 2026 (35 Euro plus 2,8 Prozent). Zudem sollen Zulagen für Schichtarbeit (60 Euro) und Wechselschichtarbeit (95 Euro) eingeführt sowie zwei Sonderzahlungen von je 200 Euro für 2025 und 2026 gewährt werden. Ferner sollen die Beschäftigten von 2027 an einen zusätzlichen Tag Erholungsurlaub erhalten. Die Annahme der Schlichtungsempfehlung soll auf beiden Seiten Anfang nächster Woche folgen.