Mit mehr als 130 Jahre alten Figuren lässt die historische Krippe bei den Gottesdiensten der Diakonie Stetten die Weihnachtsgeschichte wieder lebendig werden.

Rems-Murr: Sascha Schmierer (sas)

Die historischen Krippenfiguren des Bildhauers Sebastian Osterrieder sind zur Weihnachtszeit frisch restauriert in der Schlosskapelle in Stetten zu sehen. König Karl von Württemberg hatte das lebensgroße Ensemble vor mehr als 130 Jahren der damaligen Anstalt Stetten gestiftet. Die Diakonie Stetten lädt an den Feiertagen zu Gottesdiensten ein, bei denen die Krippe besichtigt werden kann.

 

Nach einem Wasserschaden in der Sakristei hatte Restaurator Hans Cabanis den Hirtenjungen bereits vor Wochen in seine Werkstatt genommen. Mit Farbe wurden kleinere Ausbesserungen an der lebensgroßen Figur vorgenommen. Wie das historische Ensemble aufgestellt wird, ist kein Zufall. „Jede Figur hat ihren Platz, an dem sie nach einem alten Grundrissplan stehen muss“, erklärte Annette Cabanis.

Erst an Heiligabend wird das Christuskind ins Stroh gelegt

Die Geschichte der fünf Krippenfiguren, Maria mit Jesus im Arm, Josef und drei Hirten, reicht mehr als 130 Jahre zurück. Damals wurden sie von König Karl von Württemberg der „Anstalt Stetten“ geschenkt. Entworfen hat sie der Architekt Hubert Stier (1838-1907) aus Hannover, modelliert der Bildhauer Sebastian Osterrieder (1864-1932). Die Gewänder der Figuren sind aus Textil.

Die Originalgewänder wurden 1913 durch Stoffe vom Königlichen Württembergischen Hoftheater in Stuttgart ersetzt. Erst an Heiligabend wird das Christuskind in die kleine Holzkrippe mit Stroh gelegt. Die goldfarbene Krippenkulisse, die auch in diesem Jahr wieder aufgebaut wurde, haben Auszubildende des Berufsausbildungszentrums Esslingen gefertigt. Zusammen mit der historischen Krippe wurde auch der Weihnachtsbaum neben dem Altar aufgestellt und festlich geschmückt.

Das neue Team des Pfarramtlichen Dienstes um Pfarrer Jakob Fuchs ist beeindruckt von der historischen Krippe: „Die lebensgroßen Krippenfiguren sind schon sehr besonders und sie verdeutlichen, dass die Weihnachtsgeschichte etwas ganz Großes ist“, sagt er. In den vergangenen Tagen hat der Pfarrer unterschiedliche Geschäftsbereiche besucht, um mit den Klientinnen und Klienten der Diakonie zusammen Advent zu feiern.

Viele der Feiern fanden in vereinfachter Sprache statt. Im Berufsbildungswerk erstellten die Auszubildenden eine eigene Playlist mit Weihnachtsliedern. „Für jede und jeden gibt es eine Möglichkeit, die Weihnachtsgeschichte zu erleben, und das finde ich sehr schön“, sagt Jakob Fuchs.

Für Diakon Michael Merz ist es das zweite Weihnachtsfest in der Diakonie Stetten: „Ich habe die Krippe vergangenes Jahr zum ersten Mal erlebt und mich schon sehr darauf gefreut, sie wieder zu sehen. Durch die lebensgroßen Figuren entsteht eine besondere Atmosphäre und man hat das Gefühl, Teil dieser Krippe zu sein.“

Bei den Weihnachtsgottesdiensten kann die Krippe besichtigt werden

Die Krippe in der Schlosskapelle kann im Rahmen der Gottesdienste besichtigt werden. Diese finden statt am 24. Dezember um 17 Uhr mit Pfarrer Jakob Fuchs und am 28. Dezember um 10 Uhr mit Diakon Michael Merz. Eine letzte Gelegenheit, die Krippe zu besichtigen, gibt es beim Gottesdienst mit Pfarrer Jakob Fuchs am Sonntag, 4. Januar, um 10 Uhr.