Nach der Brandkatastrophe werden die Klassen der Fröbelschule jetzt in Ausweichquartieren im Landkreis unterrichtet.
Schmiden - Der Brand an der Fröbelschule hat einen Millionenschaden hinterlassen. Wie berichtet, soll das Gebäude nun erstmal in den Rohbauzustand zurückversetzt werden. Laut Kreisverwaltung hat der Statiker grünes Licht gegeben: Die tragende Konstruktion hat durch das Feuer keinen Schaden genommen.
Derzeit misst ein Chemiker im gesamten Schulgebäude die Luft, ebenso werden Elektroinstallation und Lüftungstechnik auf Sicherheit und Funktion überprüft. Bevor mit dem Wiederaufbau der Schule, den Installationen und der Einrichtung begonnen werden kann, muss der größte Teil des Gebäudes von einer Fachfirma gereinigt und dekontaminiert werden. Laut Kreisverwaltung lässt sich aber nicht das ganze Inventar retten, so dass auf jeden Fall Neuanschaffungen nötig sind.
Wieder Unterricht frühestens nach Sommerferien in einem Jahr
Die Fröbelschüler brauchen einen langen Atem. Nach Einschätzung der zuständigen Versicherung kann in Schmiden frühestens nach den Sommerferien in einem Jahr wieder Unterricht stattfinden. Teilnutzungen werden wegen den lärmintensiven Arbeiten ausgeschlossen, heißt es von Seiten der Verwaltung.
Eine große Herausforderung war die schnelle Organisation von Ausweichquartieren, wo der Schulbetrieb stattfinden kann. Dabei sollten, soweit es geht, die einzelnen Stufen zusammen untergebracht werden, um dem Gemeinschafts- und Geborgenheitsbedürfnis der Schüler gerecht zu werden. Das Landratsamt hat in Zusammenarbeit mit der Schule und dem Staatlichen Schulamt einen Plan für die Interimsunterbringung auf die Beine gestellt. Als Glücksfall erweist sich die Nutzung der Krankenpflegeschule in Backnang. Da die Räume leer standen, konnten dort die sechs Klassen der Hauptstufe untergebracht werden. Die Klassen der Berufsschulstufe kommen in der Theodor-Dierlamm-Schule der Diakonie Stetten und in der Fröbelschule Schorndorf unter.
Erstmal kommt die Grundstufe in der Zeppelinschule unter
Drei Klassen der Grundstufe und zwei Gruppen des Fröbelkindergartens ziehen nach den Sommerferien in die Pavillons der Christian-Morgenstern-Schule in Waiblingen. Das ist möglich, weil die Schule kommendes Schuljahr die sanierten früheren Räume des Kreismedienzentrums nutzt und dadurch die Pavillons freimacht. Weil diese zum Abriss vorgesehen waren, müssen die Sanitäreinrichtungen aber erst wieder auf Vordermann gebracht werden.
Bis es soweit ist, haben die Klassen aus der Grundstufe Platz in der Zeppelinschule gefunden. Zwei nebeneinanderliegende Klassenräume und einen Nebenraum hat die Werkrealschule für zehn Fröbelschüler samt ihrer Betreuer und Lehrer freigemacht. „Wegen unseres Umbaus haben wir gute räumliche Voraussetzungen wie behindertengerechte Toiletten und einen Aufzug“, sagt Bernd Hauslaib. Für den Rektor der Zeppelinschule sind die Gäste eine Bereicherung: „Unsere Schüler haben sofort ihre Hilfe angeboten, wir haben jetzt die Chance, Inklusion vor Ort zu leben.“ Die Fahrpläne für die Schülerbeförderung wurden innerhalb weniger Tage geändert, so dass jeder Schüler die neuen Standorte sicher erreichen kann.
Eigentlich waren für die Fröbelschule noch zwei Sanierungsabschnitte geplant, diese sollen jetzt vorgezogen werden und zusammen mit der Sanierung des Brandschadens erfolgen, teilt die Kreisverwaltung mit. Während der Schaden am Gebäude und dem Inventar über die Brandversicherung abgedeckt ist, hat der Kreis die Kosten für die Interimsunterbringung selbst zu tragen. Sollte ein Schuldiger am Brand ermittelt werden, kann versucht werden, diesen dafür in Regress zu nehmen.Die Ermittlungen zur Brandursache laufen allerdings noch.