Warum Weinkisten am Gustav-Stresemann-Gymnasium zum Umdenken einladen

Manchmal braucht es keine großen digitalen Projekte, um Neugier zu wecken; oft genügt eine einfache, hölzerne Kiste aus dem Weinbau unserer Region. Dass solche Kisten nun die Klassenzimmer des Gustav-Stresemann-Gymnasiums bereichern, verdanken wir großzügiger und unkomplizierter Unterstützung durch die Weingüter Fellbach, die diese besonderen Stücke zur Verfügung gestellt haben.

 

In jedem Raum hängen, dank des großen praktischen Einsatzes unseres Hausmeisters Herrn Häcker, inzwischen zwei dieser Kisten. Ein Stück Fellbacher Heimat trägt nun statt Trauben Bücher. Aus einer praktischen Idee ist so ein lebendiges Projekt entstanden: kleine Klassenbibliotheken, die sich durch das Mitwirken der Schülerinnen und Schüler füllen. Die Bücher stammen aus den eigenen Regalen und werden für ein Schuljahr zur Verfügung gestellt. So entsteht ganz automatisch ein Angebot, das genau zu Alter und Interessen jeder Klasse passt.

Und es zeigt sich: Es braucht erstaunlich wenig, um viel zu bewirken. Schon wenn etwa jeder dritte Schüler ein Buch beisteuert, sind die Kisten gut gefüllt. Mehr noch, das gesamte Projekt kommt ohne zusätzliche finanzielle Mittel aus. Was hier entsteht, wächst aus Gemeinschaft, Vertrauen und der Bereitschaft zu teilen.

Doch die Weinkisten sind mehr als Aufbewahrungsorte. Sie setzen ein Zeichen. Sie machen Literatur sichtbar, jederzeit zugänglich und laden dazu ein, im Schulalltag bewusst innezuhalten. Ob in einer Freistunde oder zwischendurch: Der Griff zum Buch wird einfacher und selbstverständlicher. Auch für Lehrkräfte eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, Lesen wieder stärker in den Unterricht zu integrieren, etwa durch gemeinsames Vorlesen. Denn gemeinsames Eintauchen in Geschichten stärkt nicht nur die Lesekompetenz, sondern auch Konzentration und Gemeinschaft.

Im Kern geht es darum: Möglichkeiten zu schaffen, um Lesefreude neu zu wecken und zugleich dem verbreiteten Eindruck entgegenzutreten, dass Lesen im Alltag junger Menschen an Bedeutung verliere. Gerade weil Bücher unmittelbar greifbar sind, entsteht ein Zugang, der ohne großen Aufwand auskommt und dennoch nachhaltig wirkt.

In einer Zeit, die von Tempo und Digitalisierung geprägt ist, zeigt dieses Projekt, wie viel Kraft im Naheliegenden liegt. Dass diese Idee Wirklichkeit werden konnte, verdanken wir großzügiger Unterstützung durch die Weingüter Fellbach, die unsere Anfrage sofort aufgegriffen und mit ihrer Spende die Umsetzung ermöglicht haben.

So ist aus einer einfachen Idee und tatkräftiger Unterstützung ein Projekt gewachsen, das nun im Klassenzimmer täglich neue Neugier weckt.

Ein herzlicher Dank gilt den Weingütern Aldinger, Heid, Schnaitmann und der WG Fellbach, insbesondere Hans-Jörg Aldinger, der die Umsetzung koordiniert und maßgeblich begleitet hat.

Manuela Textor (Initiatorin des Projekts)

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