Nicht nur Rihanna liebt sie, auch Justin Bieber trägt sie: die Ringe der Marke Hoorsenbuhs sind bei Stars angesagt. Hinter der Marke stecken Robert Keith und der ehemalige Surfer Kether Parker.

Santa Monica - Snoop Dogg war der Erste – und schuld war Nick Savalas, der Sohn des berühmten „Kojak“-Darstellers. Savalas drehte ein Video mit dem Rapper und trug dabei einen Ring, den sein Freund Robert Keith entworfen hatte. Snoop Dogg wollte auch so einen originellen Klunker haben – nach und nach wurden auf diese Weise immer mehr Stars auf die Schmuckstücke, die alle einer Ankerkette nachempfunden sind, aufmerksam.

Robert Keith hat keine Designerausbildung, er hat nicht einmal ein College besucht. Schon immer aber interessierte er sich für Schmuck, er stöberte auf Flohmärkten und in Secondhandshops, er schwatzte seinen Freunden besondere Stücke ab, und schließlich wollte er selbst einen Ring entwerfen. „Vom Handwerklichen hatte ich absolut keine Ahnung“, sagt der heute 43-Jährige. Er ging mit Zeichnungen zu einer Goldschmiedin. Die erklärte ihm, dass er ein Modell aus Juwelierwachs herstellen müsse. Nach drei Wochen mühsamer Kleinarbeit war der Ring fertig, und er trug ihn stolz zum Kaffeetrinken. Schon in der Schlange sprach ihn eine andere Kundin an, wo er denn den coolen Ring gefunden hätte. „Sie wollte sofort einen haben und hat, ohne mit der Wimper zu zucken, den Preis von 3000 Dollar akzeptiert“, erinnert sich Robert Keith. Mit einem Strohhalm nahm er am Ringfinger seiner ersten Kundin Maß.

Wer ein Mercedes kaufte, wollte auch einen Ring

Als auch Freunde und Bekannte Ringe bestellten, begann Robert Keith, kleine Stückzahlen herzustellen. Zufällig traf er eines Abends seinen alten Surfkumpel Kether Parker wieder, der jahrelang als Model um die Welt gereist war. Der sah das Potenzial, das in den Schmuckstücken steckte: „In der Zeit arbeitete ich gerade bei einem Mercedes-Händler, weil ich dachte, ich brauche nach der Modelzeit nun einen normalen Job. Jeder Kunde, der ein Auto kaufte, wollte auch einen Ring“, sagt Keiths Partner, der kleine Broschüren entwarf. Nach zwei Monaten kündigte er dem Autohändler und startete das Marketing für Hoorsenbuhs: So soll ein Schiff geheißen haben, mit dem Keiths holländische Vorfahren Gold importierten. Freunde brachten die erste Kollektion zum Fotografen.

So kamen die Schmuckstücke in die Hände der Olson-Schwestern, und schließlich nahm das Nobelkaufhaus Barneys in New York sie in ihr Angebot auf – das war auf dem amerikanischen Markt der Durchbruch für die Marke. Seit sieben Jahren gibt Parker nichts für Werbung aus, er vertraut auf Mundpropaganda. Rihanna trug den Schmuck, Madonna, Heidi Klum und Kristen Stewart behängen sich mit den Schiffskettengliedern, die es mittlerweile auch als Ketten, Armbänder und Ohrringe gibt, David Beckham und Justin Bieber gehören zu seinen männlichen Kunden. „Ich will die wirklichen Trendsetter erreichen“, sagt Robert Keith.

Auch Michelle Obama hat schon angefragt

Inzwischen beschäftigen Keith und Parker ihre Ehefrauen und weitere Freunde in dem Unternehmen, das in einem schlichten Haus in Santa Monica sitzt. Hinter Holzwänden, zwischen Musikinstrumenten und Surfbrettern, lagern Gold- und Diamantenkreationen. Das Unternehmen peilt einen Jahresumsatz von 2,5 Millionen Dollar an. Sogar ein Berater von Michelle Obama hatte Schmuckstücke angefragt. Robert Keith schickte Ohrringe, die später zurückgegeben wurden. „Ob Michelle sie je getragen hat, weiß ich nicht – aber das hat meinen Vater bisher am meisten beeindruckt.“

Alle Angebote, aus Hoorsenbuhs eine Top-Marke zumachen, hat Robert Keith bisher abgelehnt. „Die wollten dann drei Kollektionen pro Jahr, fertig zum Tag X, und das kann ich nicht – dann bin ich nicht mehr kreativ.“ Lieber will er organisch wachsen, seine Freiheit genießen und seine beiden Kinder aufwachsen sehen. Pläne für die Zukunft hat er dennoch: „Ich will so etwa zehn Flagship-Stores aufmachen. Und eine eigene Mode-Kollektion entwerfen, mit entspannter Kleidung, die im Moment so schwer zu bekommen ist.“

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