Der Einsatz von Haftmitteln im Handball ist ein bundesweites Dauerstreitthema. Wer reinigt hinterher die klebrigen Hallen? Die Stadt Esslingen will neue Wege gehen.

Reporter: Petra Pauli (pep)

Mehr Grip, bessere Ballkontrolle und präziseres Spiel: Der Einsatz von Haftmitteln, auch Harzen genannt, hat viele Vorteile im Handball. Vor allem in höheren Ligen ist Harz deshalb Standard. Auch wenn inzwischen überwiegend wasserlösliche Haftmittel verwendet werden, ist die Beseitigung der Rückstände dennoch anspruchsvoll und sorgt bundesweit in den Kommunen immer wieder für Diskussionen.

 

In Esslingen werden die städtischen Sporthallen durch externe Reinigungsfirmen grundgereinigt. Harzrückstände sollten die Handballvereine selbst entfernen. Doch das funktionierte nicht immer einwandfrei. „Die ergänzende Reinigung erfordert einen erheblichen ehrenamtlichen Aufwand, der nicht immer sichergestellt werden kann“, erklärt Steffen Schmid, Abteilungsleiter Sport und Bürgerengagement.

Handball-Harz hinterlässt Rückstände nicht nur auf dem Hallenboden. Foto: picture alliance / dpa

Beschwerden über Handball-Harz in Esslinger Hallen

Laut Stadt kommt es vor allem in den Hallen in Serach und in Sulzgries zu massiven Rückständen. Beschwerden von Schulen und anderen Sportgruppen über verunreinigte Geräte und Hallenböden seien an der Tagesordnung. Die Stadt Esslingen suchte deshalb nach einer neuen Lösung.

Vereine übernehmen Hälfte der Kosten für professionelle Harzreinigung

Die Idee: In drei Hallen wird künftig der Einsatz von wasserlöslichen Haftmitteln explizit erlaubt: in Serach und Sulzgries sowie in der Schelztorsporthalle. Letztere ist derzeit allerdings gesperrt und wird nach der Generalsanierung vermutlich erst 2027 zur Verfügung stehen.

Diese Hallen sollen zusätzlich zur Unterhaltsreinigung noch an fünf Werktagen mit einem speziellen Reinigungsverfahren für Haftmittel von einer Firma professionell geputzt werden. Die Verwaltung beziffert die zusätzlichen Kosten auf rund 20 000 Euro. Davon zahlen die Vereine künftig die Hälfte. Laut Stadt haben sieben Handballvereine bereits ihre Bereitschaft signalisiert, den anteiligen Betrag zu übernehmen. Auch der Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales hat in seiner jüngsten Sitzung dem Vorschlag zugestimmt.

Harzen im Handball: Hussen für Bänke und Ballreinigungsmaschine

Zudem sollen weitere Maßnahmen den Reinigungsaufwand in den drei Hallen reduzieren. So ist geplant, abnehmbare Hussen anzuschaffen, die die Bänke vor Harzrückständen schützen. Zusammen mit den Vereinen prüft die Stadt zudem die Anschaffung von Ballreinigungsmaschinen. Verunreinigungen an Türklinken, Waschbecken oder in den Umkleiden müssen die Vereine auch weiterhin sofort beseitigen.