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Schmutzki-Release-Party Pfeif' auf Plattentests

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Schmutzki und ihr "Mob" bestätigen bei der Release-Party im Stuttgarter Club Goldmark's alle Klischees, die ihnen in einem Verriss ihres neuen Albums vorgeworfen werden. Vielleicht hat der Rezensent da etwas nicht verstanden.

Stinkefinger für Plattenrezensenten: die Band Schmutzki bei ihrer Release-Party im Stuttgarter Club Goldmarks am Donnerstag. Weiter Bilder gibts in der Fotostrecke. Foto: Jan Georg Plavec 6 Bilder
Stinkefinger für Plattenrezensenten: die Band Schmutzki bei ihrer Release-Party im Stuttgarter Club Goldmark's am Donnerstag. Weiter Bilder gibt's in der Fotostrecke. Foto: Jan Georg Plavec

Stuttgart - Für die Bewahrer des echten Fantums wäre die Grenze schon vor einem Schmutzki-Konzert überschritten. Schließlich trägt man auf deren Gig ja wohl nicht das T-Shirt seiner Lieblingsband. Wir sind hier schließlich nicht im Fußballstadion?!

Auf Regeln wie diese pfeifen Schmutzki und ihr schon vor dem Gig grölender "Mob" geflissentlich. Auf Plattentests genauso, oder genauer: auf plattentests.de. Allerdings erwähnt der Sänger Beat Schmutz bei der Release-Party zum neuen Schmutzki-Album diese Website mehrfach. Deren Rezensent hat einen wirklich unfreundlichen Verriss des neuen Schmutzki-Albums "Mehr Rotz als Verstand" geschrieben. In der Tonalität ähnelt er dem Text zum Vorgängeralbum, wo der Autor nicht zuletzt die Band und ihre Fans selbst rüde herbeleidigt. Dafür gibt's im Goldmark's den kollektiven Stinkefinger und eine Runde, Zitat plattentests.de, "ausgehöhltesten Spaßrock fürs Festzelt".

Wohl wahr: wer bei der Schmutzki-Textexegese auf eine wortwörtliche Auslegung beharrt, kommt schnell ins Zweifeln. Der in mittlerweile drei Alben besungene Lebensstil ist, eins zu eins umgesetzt, niemandem zu empfehlen. Die Vermutung nach einem schweiß- und biergetränkten Donnerstagabendkonzert: das ist alles als großer Spaß gemeint und wird auch so verstanden.

Die Punkrockpolizei bleibt draußen

Die Band ist jedenfalls von der ersten Sekunde an bei hundert Prozent. Die drei Musiker wissen, was zu tun ist: knackig nach vorn spielen, die Leute anheizen und den vielen Schweiß mit Bier ablöschen. Musikalisch gibt es eine Art Best-of-Show, wobei sich die neuen Singles "Zu jung", "Beste Bar der Stadt" und "Sturmfrei" nahtlos ins Set einfügen. Das neue Album ist nach vereinzelten Schlager-Ausflügen auf den Vorgängern wieder ein Stück geraderer Punkrock für die Tanzfläche, auch wenn Schmutzki natürlich vor allem eine Livekapelle sind, deren Show von möglichst vielen singletauglichen Hits lebt. 

Genau das liefern Schmutzki im Goldmark's. Im kleinen Club kommt der Sound noch drückender aus den Boxen. Die Band kommt ihren Anhängern fast so nah wie am Nachmittag, wo sie auf Bestellung ihre eigenen Platten ausgeliefert hat. Damit sie auch noch das letzte Klischee erfüllen, spielen Schmutzki gegen Ende des Konzerts einen Song mit Akustikgitarre. Sollen die Hater von der Punkrockpolizei Verrisse schreiben, an diesem Abend kümmert das im Goldmark's niemanden.

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