Schnelleres Internet Wo Stuttgart 2022 mehr Glasfaserkabel bekommt

Damit sich etwas bessert, müssen neue Glasfaserkabel in die Erde. Foto: dpa/Oliver Berg

Die Stuttgarter Stadtverwaltung beklagt „Vorurteile“, wonach beim Ausbau der Breitbandversorgung wenig oder gar nichts passiere. OB Nopper und seine Frau für Zukunftsprojekte kämpfen dagegen an.

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart hat für 2022 den weiteren Ausbau des Breitbandnetzes für schnelles Internet angekündigt. Die Gebiete, die in diesem Jahr hinzukommen, seien Sillenbuch und Riedenberg, das Heusteigviertel sowie Teile des Lehenviertels und des Bereiches Dobel, der Fasanenhof, der Stadtbezirk Untertürkheim sowie der Kern von Obertürkheim einschließlich Benz- und Lindenschulviertel. Das listeten Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) und Ines Aufrecht, Leiterin der Abteilung Koordination Stuttgart 21/Rosenstein und Zukunftsprojekte, in einer Pressemitteilung auf.

 

Der Hintergrund: Man habe es mit dem „Vorurteil“ zu tun, dass in Stuttgart beim Breitbandausbau wenig oder gar nichts passiere, sagte Aufrecht unserer Zeitung. Dem wolle man entgegentreten, das bisher Erreichte und das noch Geplante aufzuzeigen. Die Stadt kooperiert mit den Nachbarlandkreisen und der Deutschen Telekom in der Initiative Gigabit-Region Stuttgart (GRS). Ihr Ziel ist es, bis 2025 allen Unternehmen in Gewerbegebieten der Region und der Hälfte der Haushalte einen Zugang zu Höchstgeschwindigkeitsinternet auf Glasfaserbasis bereitzustellen.

Bis 2030 sollen es 90 Prozent aller Haushalte sein. Seit der Besiegelung der Kooperation im Jahr 2019 sei allein in Stuttgart 54 700 Haushalten und Unternehmen die Möglichkeit eröffnet worden, Glasfaseranschlüsse zu nutzen, erklärte die Stadt.

Region zieht an einem Strang

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Wie es zur regionalen Breitbandoffensive kam

Momentan hätten 96 Prozent der Stuttgarter Haushalte die Möglichkeit, Daten nicht nur mit einer Rate von 50 Megabit pro Sekunde herunterzuladen, sondern mit 100 Mbit/s. 72 Prozent der Haushalte könnten schon jetzt auf Leitungen mit 1000 Mbit/s zugreifen. Das liege eben am stetigen Glasfaserausbau und am ausgedehnten fernsehgebundenen Coaxial-Netz. Zum Verständnis: Ein Bit ist die kleinste Dateneinheit, die übertragen wird. Ein Megabit entspricht einer Million Bits.

Kampf gegen „weiße Flecken“

Die Stadtverwaltung versucht parallel noch auf andere Weise, die „weißen Flecken“ auf der Stadtkarte mit einer Unterversorgung an sehr schnellen Datenleitungen zu beseitigen. Es handele sich um Flecken mit 1100 „unterversorgten“ Gebäude mit Privathaushalten und um Krankenhäuser, aber auch 64 Schulen in 48 Schulgebäuden, hat die Verwaltung schon vor Monaten erklärt. Hier versucht sie, mit Fördergeldern von Bund und Land (zusammen 90 Prozent) sowie mit eigenen Mitteln (10 Prozent) den Ausbau zu stemmen. Die Kosten belaufen sich auf fast 15 Millionen Euro. Zurzeit bereitet die Stadt Ausschreibungen vor, auf die sich Telekommunikationsunternehmen um Ausbauaufträge bewerben können.

Die erste Liga soll es sein

Die Unterschiede beim Ausbaustand sind wichtig. OB Nopper ließ sich mit den Worten zitieren, die flächendeckende Breitbandversorgung sei die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung digitaler Möglichkeiten in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft, für vermehrtes mobiles Arbeiten und Lernen gerade auch in der Pandemie. Ines Aufrecht sagte, die Beschleunigung des Glasfaserausbaus sei „elementar, um national und international in der ersten Liga spielen zu können“.

Welche Möglichkeiten die Telekom-Infrastrukur bietet, kann man im Internet abrufen unter https://www.telekom.de/netz/glasfaser/ftth.

Diesen Breitband-Ausbau gab es bisher

Gebiete mit vielen Privathaushalten
Die Breitbandversorgung ausgebaut habe die Landeshauptstadt schon 2019 in Bad Cannstatt in den Stadtteilen Kurpark, Seelberg, Winterhalde sowie in Teilen der Schmidener Vorstadt und Cannstatt-Mitte; 2020: in Stuttgart-West die Stadtteile Rosenberg, Kräherwald, Rotebühl, Vogelsang und Hasenberg. 2021: Neugereut sowie Teile von Hofen, in Möhringen die Beereiche Mitte, Süd und Nord sowie Teile von Möhringen-Ost. Vom Bezirk Süd werden die Stadtteile Karlshöhe, Heslach, Weinsteige und Teile des Lehenviertels aufgelistet.

Gewerbegebiete
Im Rahmen des Projekts Gigabit-Region Stuttgart hätten in der Landeshauptstadt schon der Synergiepark Vaihingen, Degerloch-Tränke, WeilimPark, Bad Cannstatt Pragstraße, Wangen im Bereich Kesselstraße, Gaisburg, Fasanenhof-Ost, Westbahnhof und Stammheim-Süd schnellleitende Glasfaserkabel erhalten, erkläre die Stadtverwaltung. Überdies seien Wettbewerber der Telekom im Ausbau sehr aktiv.

Weitere Themen