Schnupperkurs beim GC Schönbuch Golf hautnah erleben
Was ist beim Golfsport wichtig? Ein Selbstversuch im Rahmen des Holzgerlinger Sommerferienprogramms gemeinsam mit sechs Kindern beim Golfclub Schönbuch.
Was ist beim Golfsport wichtig? Ein Selbstversuch im Rahmen des Holzgerlinger Sommerferienprogramms gemeinsam mit sechs Kindern beim Golfclub Schönbuch.
Power, Präzision, Kontrolle und Koordination – dass all diese Faktoren beim Golfsport eine Rolle spielen, erfahren sechs Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren bei einem Schnuppertag auf der Golfanlage am Schaichhof. Der exklusive Einblick findet im Rahmen des Holzgerlinger Sommerferienprogramms statt. Laura, Niklas, Caspar, Titus, Leopold und Ferdinand stehen auf den Namensschildern, die im Sekretariat des Golfclubs ausgegeben werden. Außerdem gesellt sich noch ein Aufkleber mit dem Namen „Käthe“ dazu, denn die Autorin dieser Zeilen verlässt, wie mit den Veranstaltern vorab besprochen, an diesem Mittwochvormittag ihre gewohnte journalistische Beobachterrolle und greift selbst als waschechte Anfängerin zum Golfschläger.
Der Golflehrer, kurz Pro, von der auf dem Schaichhof beheimateten Golfschule von Jon Evans ist Vincent. Er nimmt die siebenköpfige Gruppe unter seine Fittiche und heißt mit Nachnamen Bühler, aber auch für ihn zählt das Du – dass er die Distanz des Siezens nicht braucht, um vor allem die Jungen mit ihrer schier unbändigen Power im Zaum zu halten, zeigt sich in den nun folgenden fünf Stunden.
An deren Anfang stehen zunächst Etikette und Sicherheit im Mittelpunkt. „Golf ist ein ruhiger Sport“, erklärt Vincent. Dennoch gebe es da den lauten Ruf „Fore“, der sich wie die Zahl vier im Englischen anhöre. Dieser warnt vor einem Ball, der andere Personen gefährden könnte. „Niemand schaut dann, wo der Warnruf herkommt“, denn nun hat schnell Priorität, sich zu ducken und den Kopf mit den Armen zu schützen.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf und einem kurzen Blick auf den Lageplan der Trainingsanlage geht es auch schon los mit dem ersten Schlag auf dem Putting-Green. Dort werden die letzten Meter bis zum Loch geübt, von denen es hier zahlreiche gibt. Mit dem geschulten Auge des Profis drückt Vincent rasch jedem den Schläger mit der passenden Länge in die Hand. Dann die nächste wichtige Regel: Wenn er der zusammenstehenden Gruppe etwas erkläre, „dann bleibt der Schlägerkopf auf dem Boden“ – damit kein anderer getroffen wird.
Zu Beginn steht mit drei Schritten Abstand zum ausgesuchten Loch die Geschwindigkeitskontrolle bei der Pendelbewegung, die das Putten ausmacht – und die Erkenntnis, dass es viel weniger Kraft als gedacht braucht, um sich dem Loch zu nähern. Mit zwei nebeneinanderliegenden, gleichzeitig geschlagenen Bällen geht es dann um die Richtungskontrolle: Möglichst parallel und gleich weit sollen die beiden rollen. Mit einem kleinen Wettbewerb, bei dem aus verschiedenen Positionen für die beste Annäherung an die Mähkante zwischen ganz kurzem Grün und dem etwas längeren Vorgrün jeweils die meisten Punkte gibt, ging Teil eins zu Ende.
„Der letzte Meter ist beim Golf genauso wichtig wie die 250 davor“, erzählt Vincent. Um dem potenziellen Golfnachwuchs die Dimensionen einer Golfbahn vor Augen zu führen, statten sie daher Loch 17, das mit zwei Wasserhindernissen aufwartet, einen Besuch ab. Dann geht es nach einem Schlägerwechsel – von denen noch weitere folgen werden – mit der zweiten Schlagart, dem Chippen, weiter. Dieser sei als „großer Bruder vom Putten“. Auch hier ist also ein Pendelschlag angesagt, bei dem das „Y“, das beide Arme und der Schläger bilden, stabil bleibt. Der Pitch, ein hoher Annäherungsschlag an das Grün, steht als dritter Punkt auf dem Übungsprogramm.
Damit der Ball in die Höhe fliegt, heißt es jetzt, unter diesen zu kommen. Gewichtsverteilung, Armhaltung, Abstand zum Ball sind alles Faktoren, die stimmen müssen, damit dies gelingt.
Zum Abschluss heißt es dann – insbesondere von der Hockey-Fraktion bei den Jungs herbeigesehnt – Vollgas beim Abschlag mit dem Driver. Einfacher wird der Bewegungsablauf jedoch nicht, denn zum „Y“ der Pendelbewegung gesellt sich jetzt noch das „L“, das der linke Arm und der Schläger bilden, bevor der Durchschwung kommt. Glücksgefühl und Frustration liegen dabei eng beieinander: Wenn alles passt, dann kommt der Ball richtig ins Fliegen. Beim nächsten Mal stimmen vielleicht die Griffhaltung und daraus resultierend die Armhaltung nicht – und dann fliegt nur die Grasnarbe.
Auch wenn die Wahl des Lieblingsschläges in der Gruppe sehr unterschiedlich ausfällt, sind sich alle einig, dass die fünf Stunden nicht die letzten in ihrem Leben gewesen sein werden, in denen sie Golf gespielt haben. Für den jungen Niklas steht nach dem Schnuppertag zum Beispiel sogar schon fest, dass er schon bald bei der Golfclub-Jugend trainieren wird.
Allen anderen Teilnehmern erklärt Vincent, dass das Trainingsgelände gegen eine Nutzungsgebühr öffentlich zugänglich ist und Schläger im Pro-Shop der Golfschule ausgeliehen werden können. Diese bietet zudem auch außerhalb des Sommerferienprogramms Schnupperkurse an – auch für Erwachsene.