Schock im Derby gegen TVB Stuttgart Nach Tom Wolfs Unterarmbruch – legt SG BBM Bietigheim personell nach?

Bietigheims Mannschaftsarzt Georgios „Aki“ Karavalakis kümmert sich noch auf dem Spielfeld um den verletzten Tom Wolf. Foto:  

Die SG BBM Bietigheim denkt nach der schweren Verletzung von Rückraumspieler Tom Wolf im Handball-Derby gegen den TVB Stuttgart über eine Nachverpflichtung nach. Unabhängig davon soll am Samstag endlich der erste Heimsieg in der Bundesliga her.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Die spanische Fraktion saß 50 Minuten nach Spielende einträchtig im Kabinengang auf dem Boden, eine Kiste Bier neben sich und unterhielt sich lebhaft. Beim Plausch von Juan de la Peña, Gonzalo Perez (beide SG BBM Bietigheim) mit Jorge Serrano, Daniel Fernandez und Bruno Reguart (alle TVB Stuttgart) ging es nach dem Derby in der Handball-Bundesliga auch um die schwere Verletzung von Tom Wolf. Der zuletzt so starke Bietigheimer Rückraumspieler war bei der bitteren 29:30(15:14)-Niederlage des Aufsteigers bereits im ersten Angriff so unglücklich gestürzt, dass er erst mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden liegen blieb, dann in die Kabine begleitet wurde und ins Krankenhaus kam.

 

Die niederschmetternde Diagnose: Bruch des linken Unterarms. Ein Schock für den Aufsteiger. Am Dienstag wurde der 30-jährige Rechtshänder in Bietigheim operiert. Mit mindestens zehn Wochen Pause wird gerechnet. „Man muss jetzt abwarten, als wie kompliziert sich der Bruch herausstellt“, sagte der Sportlicher Leiter Jochen Zürn am Tag nach dem Spiel und räumt ein, dass eine Nachverpflichtung nicht ausgeschlossen ist: „Wir denken darüber nach, je nachdem wie lange die Ausfallzeit betragen wird.“

M’Bengue würde weiterhelfen

Obwohl er Linkshänder ist, wäre Djibril M’Bengue (32) ein denkbarer Kandidat. Den ehemaligen Rückraumspieler des TVB Stuttgart zieht es wieder in die württembergische Heimat, doch der aktuelle Zweitliga-Tabellenführer Bergischer HC denkt derzeit nicht daran, den Ex-Nationalspieler (19 A-Länderspiele für Deutschland) im Kampf um den Aufstieg vor Saisonende ziehen zu lassen. Das Wechselfenster im Handball ist bis Mitte Februar geöffnet.

Auch ohne Verstärkung will die Mannschaft von Trainer Iker Romero nach der schmerzhaften Derby-Niederlage vor 3510 Zuschauern nun versuchen, am kommenden Samstag (19 Uhr) gegen den HSV Hamburg endlich den ersten Heimsieg in der EgeTrans-Arena einzufahren – im achten Anlauf. Sieben ihrer bisher acht Pluspunkte hat die SG BBM auswärts ergattert.

Diskrepanz Heim- Auswärtsspiele

Ob sich diese Diskrepanz in den Köpfen festgesetzt hat? „Nein“, sagt Zürn – und verweist vielmehr auf den Spielplan: „Der TVB war unser erster Gegner zu Hause auf Augenhöhe, der Rest waren Spitzenteams.“ Die Siege in fremden Hallen landete man in Potsdam, Eisenach und Wetzlar. „Diese Teams kommen in der Rückrunde zu uns. Da sind dann Heimpunkte natürlich Pflicht“, betont der Sportliche Leiter.

Und der TVB? Der ist nach zwei Derby-Triumphen in Folge in der Spur, hat die Abstiegsplätze verlassen, weist mit 6:22 Punkte aber immer noch zwei Zähler weniger auf als die SG BBM (8:20 Punkte). Am Samstag (20 Uhr) geht es für das Team von Trainer Jürgen Schweikardt zum ThSV Eisenach. Da wird dann die Schweizer Fraktion im TVB-Kader Gesprächsbedarf mit einem Landsmann haben – mit ThSV-Coach Misha Kaufmann, der für die neue Saison als Schweikardt-Nachfolger in Stuttgart heiß gehandelt wird.

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