Schönaich: Roboter-Olympiade in der Johann-Brücker-Schule Tüfteln für Technikwettbewerb

Von bik 

In der Schönaicher Johann-Brücker-Real- und Werkrealschule wird Anfang Juni zum zweiten Mal ein Regionalentscheid der Word Robotic Olympiad ausgetragen. Von dem Wettbewerb profitieren Schüler wie Schule.

Stephan Schmoll (Dritter von links) probiert mit den Schülerteams die Roboter auf dem Parcourtisch aus. Foto: factum/Bach
Stephan Schmoll (Dritter von links) probiert mit den Schülerteams die Roboter auf dem Parcourtisch aus. Foto: factum/Bach

Schönaich - Reinhängen müssen sich die Schüler schon, wenn es etwas werden soll mit einer Platzierung bei der World Robotic Olympiad (WRO). Doch ist die Teilnahme an dem Roboterwettbewerb etwas anderes als herkömmlicher Unterricht. Die Jungen und Mädchen entdecken völlig neue Seiten an sich, das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler verbessert sich – und die Johann-Brücker-Real- und Werkrealschule in Schönaich, in der zum zweiten Mal einer der bundesweit 26 Regionalwettbewerbe ausgetragen, gewinnt unter anderem mit solchen Angeboten an Attraktivität. Die Anmeldezahlen für die angehenden Fünftklässler liegen deutlich über denen des Vorjahres.

Großzügig und hell ist die Aula der Johann-Brücker-Realschule. Dort herrscht am Samstag, 4. Juni, Wettbewerbsstimmung. 37 Teams aus dem Kreis Böblingen, der Region Stuttgart und darüber hinaus treten in verschiedenen Kategorien der World Robotic Olympiad gegeneinander an. Grob gesagt, müssen die Mannschaften selbst gebaute und programmierte Roboter dazu bringen, Müll richtig zu sortieren. Je älter die Teilnehmer, desto ausgefeilter die Aufgabenstellung. Die Teilnehmer bereiten sich bereits auf die Regionalwettbewerbe vor. So auch die vier Teams, die die Johann-Brücker-Schule in diesem Jahr ins Rennen schickt. Voriges Jahr, als die Schule das erste Mal ihre Aula für den Vorentscheid zur Verfügung stellte, waren es zwei.

IBM kam auf die Schule zu

Die Firma IBM, die nach Angaben eines Sprechers Regionalentscheide seit dem Jahr 2013 organisiert, finanziert, austrägt und die Juroren stellt, hatte auf der Suche nach einem Wettbewerbsort bei der Schönaicher Schule angefragt. Der Rektor Manfred Schlichting sagte nicht Nein: „Das stärkt unser Technikprofil.“

Der Wettbewerb hat noch einen anderen Effekt: Er sporne, so die Beobachtung des Rektors Schlichting und des Techniklehrers Stephan Schmoll, Schüler an, „denen man so viel Engagement gar nicht zugetraut hätte“. Außer verschiedenen technischen Fertigkeiten lernen die Siebtklässler, die sich für das Wahlfach Technik und die Teilnahme an dem Roboterwettbewerb entschieden haben, auch noch, was es heißt, in einem Team zu arbeiten. Dass sie dazu Aufgaben verteilen müssten, „fällt ihnen noch schwer“, stellt der Lehrer Stephan Schmoll fest: „Aber sie sind ja auch erst Siebtklässler.“

Schüler-Lehrer-Verhältnis verändert sich

Bei den Vorbereitungen spiele er als Pädagoge eine andere Rolle als sonst, sagt Schmoll: „Ich bin nicht der allwissende Lehrer, sondern wir probieren auch Mal etwas gemeinsam aus.“ Ganz zu schweigen davon, dass er am Wettbewerbstag mit seinen Teams mitfiebere. „Das fördert das Verhältnis zwischen Lehrer und Schülern enorm“, betont Schmoll. Er habe viel weniger Schwierigkeiten mit der Schülerdisziplin im normalen Unterricht habe.

Das Renommee der Johann-Brücker-Schule profitiert offenbar von solchen Projekten wie der World Robotic Olympiad und dem Formel 1-Wettbewerb, an dem sich die Realschule ebenfalls beteiligt und für den die Schüler Kontakte zu örtlichen Firmen wegen Sponsorings knüpfen müssen. Aber auch von den Experimentiertagen, bei denen die Grundschüler von nebenan in Fächer wie Chemie und Technik reinschnuppern können. Für das laufende Schuljahr hätten sie fast 40 Anmeldungen gehabt, sagt der Konrektor Dirk Ackermann. Gestartet seien sie mit 34 Fünftklässlern. Derzeit lägen ihnen annähernd 50 Anmeldungen vor. „Das freut uns besonders“, sagt Ackermann.