Schönaicher Guckkasten Ein unentwirrbares Dickicht von Gerüchten und Ausflüchten

Das Stück „Gerüchte ... Gerüchte“ spielt in der New Yorker High Society. Foto: Uwe Graser

Mit der temporeichen Farce „Gerüchte … Gerüchte“ von Neil Simon hat sich Nina Erbslöh für den Schönaicher Guckkasten viel vorgenommen – und gemeistert.

Das Schönaicher Ensemble präsentiert sich beim aktuellen Stück in der Zehntscheuer fein frisiert und in Anzügen und edlen Abendkleidern. Kein Wunder, denn „Gerüchte … Gerüchte“ spielt in der New Yorker High Society und im Haus des stellvertretenden Bürgermeisters Charley Brock und seiner Frau Myra, die zu ihrem zehnten Hochzeitstag eingeladen haben.

 

Doch an diesem Abend ist so rein gar nichts, wie es sein soll, als die ersten Gäste eintreffen. Das Essen ist nicht vorbereitet, Myra und das Personal sind abwesend, und der Gastgeber ist – nun, ja – unpässlich, die Treppe heruntergefallen, vielleicht auch angeschossen, also, so mehr oder minder, schwer zu sagen ... Doch irgendwie muss man die Situation erklären, es stehen schließlich das Ansehen der Gastgeber sowie weiterer Personen auf dem Spiel.

Regie bei dem neuesten Stück des Schönaicher Guckkastens führte Nina Erbslöh. Foto: Uwe Graser

Und so verfangen sich die Protagonisten, immer haarscharf an der Grenze zum Nervenzusammenbruch agierend, zur großen Unterhaltung der Zuschauer in einem unentwirrbaren Dickicht von Gerüchten und absurden Ausflüchten im verzweifelten Bemühungen, Normalität herzustellen und einen Skandal zu vermeiden. Ungünstiges Zusammentreffen der Figuren bei den zahlreichen Auf- und Abgängen, falsch verstandene Gesprächsfetzen und Anrufe zur Unzeit tun ein Übriges, alles zu verunklären.

Die Fäden in der Hand in dem Chaos hält die 18-jährige Regisseurin Nina Erbslöh, die gemeinsam mit Mara Blank und Jolina Horn aus dem Jugendensemble von Sabine Rossbach zum Schönaicher Guckkasten gewechselt ist und in Stuttgart studiert. Anfangs waren für sie die vielen neuen Aufgaben ungewohnt, doch auch dank der gut aufeinander eingespielten Gruppe hat sie diese gemeistert. „Es war ein sehr hoher Berg, auf den ich gestiegen bin, aber mittlerweile genieße ich die Aussicht.“ Und Schauspiel, Inszenierung und Bühnenbild mit Obergeschoss und Geländer von Timo Kugel und Rafael Beier können sich in der Tat sehen lassen. Mit Philipp Henn hat das Ensemble einen neuen männlichen Schauspieler gefunden.

Nicht geringen Anteil am Theatervergnügen hat der irrwitzige Stoff des Pulitzer-Preisträgers Neil Simon, der als Amerikas bekanntester Drehbuch- und Bühnenautor gilt. „Gerüchte … Gerüchte“ von 1988 wurde insgesamt mehr als 600 Mal am Broadway gespielt.

Vorstellungen sind vom 16. bis 18. Januar, vom 23. bis 25. Januar und vom 30. Januar bis 1. Februar geplant. Beginn ist freitags und samstags jeweils um 20 Uhr und sonntags um 17 Uhr. Karten gibt es in der Buchhandlung CoLibri oder unter der Telefonnummer 0 70 31/44 88 285.

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