Trotz der anstehenden Herausforderungen und Veränderungen die Zuversicht bewahren – diese Botschaft für das noch nicht ganz einen Monat alte Jahr gibt Schönaichs Bürgermeisterin Anna Walther den rund 150 Gästen, die am Sonntagnachmittag in die Gemeindehalle gekommen waren, mit auf den Weg. Für beschwingte Fröhlichkeit sorgten dabei mehrere Ensembles und Duos der Schönaicher Musikschule, die die Veranstaltung musikalisch umrahmten.
„Wir Menschen brauchen Vertrauen, insbesondere dann, wenn die Zeiten schwieriger werden.“
Anna Walther, Bürgermeisterin
An den Anfang ihrer Neujahrsansprache, in der sie viele Projekte streift, wie unter anderem die Neue Ortsmitte oder die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets, aber auch die Konstituierung des ersten Jugendgemeinderats, stellt sie das Ereignis, das 2025 alles andere überstrahlt hat: die Feierlichkeiten zum 750-jährigen Gemeindejubiläum. Die zahlreichen Veranstaltungen, allen voran das große Jubiläumswochenende im Juli, seien „von Zusammenhalt, Begeisterung und guter Laune“ geprägt gewesen. Sie dankt allen Engagierten, die dazu beigetragen hätten, das Jubiläumsjahr „zu einem wahrhaftig wunderbaren Jahr“ zu machen – „voller Zuversicht, Tradition und Gemeinschaft“. Den Jubiläumsumzug, der „so bunt, fröhlich und freudestrahlend wie das Leben selbst“ gewesen sei, hebt sie dabei besonders hervor. Anna Walther hofft darauf, dass der Geist dieser Feierlichkeiten, der von einer wunderbaren Atmosphäre von Zusammenhalt, Freude und gegenseitigem Vertrauen geprägt gewesen sei, immer wieder in Erinnerung gerufen werden – insbesondere vor den bevorstehenden Herausforderungen.
Bereits im vergangenen Jahr habe sie bei vorgenommenen Veränderungen – unter anderem bei der Umsetzung des Lärmaktionsplans mit der Realisierung von Tempo-30-Zonen auf fast allen Schönaicher Straßen oder den räumlichen Veränderungen bei der Kinderbetreuung die ganze Bandbreite von Emotionen erlebt. Gerade die negativen Gefühle müssten dann zwar auch zugelassen und ernst genommen werden, kosteten aber auch viel Kraft. Daher erhoffe sie sich, dass es gelingen möge, diese in positive Schaffenskraft zu verwandeln: Ihr Wunsch ist es daher, den kommenden Veränderungen mit „Mut statt Wut, Gelassenheit statt Empörung, Zuversicht statt Angst“ zu begegnen. Vertrauen sei dazu der Schlüssel, ist Anna Walther überzeugt: „Wir Menschen brauchen Vertrauen, insbesondere dann, wenn die Zeiten schwieriger werden“, sagt die Rathauschefin. Vertrauen in die Mitmenschen, in die politischen Entscheidungsträger und nicht zuletzt in sich selbst seien in Zeiten des Wandels ein Anker.
Angespannte Finanzlage
Trotz der tiefgreifenden Haushaltskonsolidierung, die die Bürgermeisterin angesichts der angespannten Finanzlage der Kommunen ankündigt, sei sie sich mit ihrem Gemeinderat darin einig, dass sie Schönaich „als lebenswerten Ort erhalten wollen, ohne Stillstand, ohne Sanierungsstau, ohne Schließung unserer Kultur- und Freizeiteinrichtungen“. Im Einsatz für die Kinder, Jugendlichen, Familien, Senioren, Wirtschaft, Kirchen und Vereine heiße dies für das Gremium: „Wir müssen in Bewegung bleiben.“ Damit die Kommunen mit Infrastruktur, Einrichtungen und Angeboten weiterhin dazu beitragen können, dass „Deutschland am Laufen gehalten wird“, brauche es aber die entsprechende finanzielle Unterstützung von Bund und Land, so ihr Appell. Das Sondervermögen des Bundes für die Infrastruktur der Kommunen bezeichnet sie dabei als „wichtigen ersten Schritt“.