Schönbuch-Braumanufaktur in Böblingen Sommerliche Bierlust: Der Brauerei gehen die Flaschen aus
Die Böblinger Brauerei ruft Kunden auf, Kisten und Flaschen zurückzubringen – sonst könnte im Handel zeitweise eine Sorte ausgehen.
Die Böblinger Brauerei ruft Kunden auf, Kisten und Flaschen zurückzubringen – sonst könnte im Handel zeitweise eine Sorte ausgehen.
Das Wetter ist endlich sommerlich, im Land laufen die EM-Spiele – es ist die perfekte Zeit für Bierliebhaber. Das merken auch die Mitarbeiter in der Schönbuch-Braumanufaktur, die bei derartig guten Bedingungen etwa fünf Prozent mehr Umsatz verzeichnen, wie der Geschäftsführer Werner Dinkelaker auf Nachfrage mitteilt.
Allerdings nehmen es derzeit offenbar nicht alle Biertrinker und Getränkehändler so genau mit dem Zurückgeben der Pfandflaschen und Bierkisten. „Uns fehlen pro Woche etwa 50 Paletten“, sagt Werner Dinkelaker und rechnet vor, dass auf eine Palette etwa 40 Kisten, also 800 Flaschen passen. Demnach fehlen der Böblinger Brauerei aktuell 2000 Kisten, also 40 000 Flaschen.
In den sozialen Medien hat die Schönbuch-Braumanufaktur deshalb einen Aufruf veröffentlicht: „Achtung! Achtung! An alle Jäger, Lucky und Cola Mix Fans, wir brauchen euer Leergut zurück. Sonst können wir für euch nicht mehr füllen. Wir freuen uns auf eure vortreffliche Unterstützung.“ Grundsätzlich, so betont Werner Dinkelaker, sei der Rücklauf in der Böblinger Brauerei sehr gut, die Pfandflaschen und -kisten gelangten fast alle wieder zurück in die Produktion, wo sie gereinigt, auf Schäden geprüft und dann wieder befüllt werden. „Wir als Regionalbrauerei haben einen sehr hohen Nutzungsgrad. Unsere Mehrwegflaschen werden 30- bis 50-Mal wiederbefüllt“, sagt Dinkelaker. Dass es im Sommer zur Bier-Hochzeit zeitweise mal zu einem Engpass an Flaschen und Kisten kommt, sei auch in den vergangenen Jahren immer wieder mal passiert. „Wenn die Leute besonders viel Bierdurst haben, dann haben wir das Thema“, sagt Werner Dinkelaker.
Warum schafft die Brauerei nicht einfach mehr Flaschen an? „Das kann man schon machen, aber dann stehen die im Winter rum“, sagt der Brauerei-Chef. „Wir versuchen, genau das da zu haben, was für den Verkauf reicht – plus X.“ Die Brauerei wachse jedes Jahr, das werde in die Kalkulation einbezogen. Wenn das Wachstum noch besser als erwartet ausfalle, dann könne es eben kurzfristig zu Flaschenknappheit kommen. „Die Leute feiern unsere Biere, das freut uns ja“, sagt Dinkelaker. „Wenn sie unsere Biere mögen, dann machen wir’s richtig.“
Wenn die Bierlaune anhält und weiterhin mehr getrunken als zurückgegeben wird, könne im schlimmsten Fall passieren, dass eine Sorte eine gewisse Zeit nicht im Handel erhältlich ist. „Aber maximal eine Woche“, beruhigt Dinkelaker alle Liebhaber des regionalen Schönbuch-Bieres.
Geschichte
Karl Gottfried Dinkelaker gründet 1823 die Braumanufaktur. Die Söhne Christian und Wilhelm übernehmen die Brauerei 1860. Christian zieht 1873 nach Stuttgart, sein Sohn Carl Christian gründet 1888 in Stuttgart die Brauerei Dinkelacker, daraufhin streicht Wilhelm zur Unterscheidung das „c“ wieder aus dem Nachnamen.
Aktuell
Im Jahr 1997 tritt der Diplom-Braumeister Werner Dinkelaker in das väterliche Geschäft ein und führt es viele Jahrzehnte zusammen mit Götz Habisreitinger. Seit Januar 2023 ist Tina Gatty neue Geschäftsführerin an der Seite von Dinkelaker.