Schönbuch-Kisten-Cup Holzgerlinger Stadtfest knüpft an Tradition an

Von Carolin Klinger 

Für das große Holzgerlinger Stadtfest im Jahr 2020 gibt es ein neues Konzept. Den Höhepunkt bildet ein Seifenkistenrennen – wie es bis zum Ende der 1980er Jahre üblich war.

Die selbst konstruierten Seifenkisten unterschieden sich damals deutlich voneinander. Foto: Stadtverwaltung Holzgerlingen 5 Bilder
Die selbst konstruierten Seifenkisten unterschieden sich damals deutlich voneinander. Foto: Stadtverwaltung Holzgerlingen

Holzgerlingen - „Alle, die die Seifenkistenrennen in Holzgerlingen noch miterlebt haben, erinnern sich gerne daran“, sagt der Holzgerlinger Hauptamtsleiter Jan Stäbler. Auch er selbst kann sich noch gut an diese Rennen in seiner frühen Kindheit erinnern. Es war eine Tradition, die im Jahr 1979 mit der Premiere des Rennens begründet wurde. Eine Tradition, die bis Ende der 1980er Jahre aufrechterhalten wurde. Damals gingen 22 Kisten an den Start.

„Warum es danach keine Rennen mehr gab, wissen wir nicht. Aber der Aufwand ist eben auch recht hoch“, sagt Stäbler. Klar sei jedoch, dass zum Stadtfest am 25. und 26. Juli im kommenden Jahr die Tradition der Seifenkistenrennen mit dem Schönbuch-Kisten-Cup wieder auflebe – und auch künftig beibehalten werden solle. Rund 60 Kinder und Jugendliche zwischen acht und zwölf Jahren können dann an den Start gehen.

Neues Gemeinschaftsgefühl am Stadtfest

„Wenn man so will, steht das Seifenkistenrennen stellvertretend für das neue Gemeinschaftsgefühl, das wir mit unserem Stadtfest wecken wollen“, erklärt Holzgerlingens Bürgermeister Ioannis Delakos das neue Konzept des Stadtfests. Dieses sehe vor, dass sich alle Bürger, Unternehmen und Vereine beteiligen könnten. Für jeden finde sich laut Delakos die richtige Rolle – egal, ob Seifenkistenkonstrukteur, Fahrer, Sponsor, Streckenposten oder Helfer bei dem Fest. Die Verantwortung für das Fest liege aber bei der Stadt. „Wir wünschen uns ein Stadtfest von allen Holzgerlingern, für alle Holzgerlinger, in dessen Mittelpunkt mit dem Seifenkistenrennen eine alte Tradition wieder aufleben soll“, betont Delakos.

Die Seifenkisten werden laut Jan Stäbler in den Vereinen, Schulen, Unternehmen und Freundeskreisen selbst gebaut – nach den Vorgaben des Deutschen Seifenkistenverbandes. Das unterscheidet das Event ein wenig von den Seifenkistenrennen aus der Vergangenheit. Damals traten die Teilnehmer in einer offenen Klasse an – ihre Kisten konnten sie nach Lust und Laune gestalten. „Die Seifenkisten werden sich nun zwar in ihrer Bauweise ähneln – doch die Konstrukteure können sich in der Bemalung, Verzierung oder bei der Verkleidung der Teammitglieder austoben“, erklärt Stäbler. Auf diese Weise sei eine Vergleichbarkeit der Fahrzeuge besser möglich.

Bürgermeister Delakos strebt Bürgermeister-Duell an

Eine fantasievolle Gestaltung lohnt sich, denn nicht nur der schnellste Fahrer soll am Ende des Rennens gekürt werden. Auch die kreativste Seifenkiste wird ausgezeichnet. Dabei gilt das Fahrerlager als Ausstellungsfläche, auf der die Besucher auswählen können.

Jedes Team besteht aus fünf Mitgliedern: einem Fahrer und vier Hilfskräften, die die Seifenkiste nach dem Rennen wieder zurückziehen. „Dabei bekommt das Team die Gelegenheit, die Seifenkiste dem Publikum zu präsentieren“, sagt Stäbler. Denn während des Rennens bleibt dafür kaum Zeit. Die Fahrer werden von einer Rampe am Rektor-Franke-Haus in der Böblinger Straße bis zur Kreuzung Klemmertstraße auf einer 250 Meter langen Strecke ordentlich ins Rollen kommen. Auch der Bürgermeister Delakos hat bereits Feuer gefangen: „Ich hoffe sehr, dass sich neben dem offiziellen Rennen die Chance auf ein Seifenkistenduell mit den Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen unserer Nachbargemeinden und Partnerstädten bietet. Ich wäre bereit!“