Schönbuch Trophy in Herrenberg „Wir sind alle Naturliebhaber“ – immer darauf bedacht, den Wald zu schonen

Die Schönbuch Trophy zieht Sportler aus Nah und Fern nach Herrenberg. Foto: Eibner/Lars Neumann

Bei der Schönbuch Trophy in Herrenberg werden über 1000 Teilnehmer erwartet. Hinter dem jährlichen Event stecken mehr Bürokratie und Aufwand, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Volontäre: Maximilian Schöbel (scm)

Eine Mountainbike-Strecke, die nur ein einziges Mal im Jahr befahren werden darf? Klingt komisch, ist aber so. Für Radfahrer ist der Kurs der Schönbuch Trophy in und um Herrenberg sonst verboten. Am Wochenende werden wieder über 1000 Sportler im Gäu unterwegs sein, nicht nur auf zwei Rädern, sondern auch zu Fuß bei den Laufwettbewerben. Schwitzen und Schnaufen zwischen Fachwerkhäusern und in der puren Natur.

 

Es ist ein Großereignis, das nicht nur Teilnehmer aus der näheren Umgebung anzieht. „Einige kommen aus dem südlichsten Baden-Württemberg, ein paar aus der Pfalz und manche sogar aus der Schweiz“, weiß Karen Stahl, die das Event gemeinsam mit ihrem Mann Axel Jahr für Jahr organisiert. Die Anmeldezahlen sind im Vergleich zu 2025 leicht gestiegen – und das hat einen Grund.

Drei Neuerungen bei der Schönbuch Trophy in und um Herrenberg

Neben verschiedenen Trailruns bis hin zur Marathondistanz, dem Midi-Marsch und zwei Mountainbike-Distanzen können sich die Ausdauercracks nämlich auf drei Neuerungen freuen: Mit dem Kids-Trail und dem Sechs-Kilometer-Trailrun sollen jungen Talenten und unerfahrenen Läufern die ersten Schritte auf dem ungewohnten Untergrund unter Wettkampfbedingungen ermöglicht werden. Mit dem Gravel-Rennen reagieren die Macher auf einen immer größer werdenden Trend. Ein Gravelbike ist ein Rennrad, das auch geländetauglich ist. Schon im vergangenen Jahr waren zehn davon bei den Mountainbikern im Einsatz, nun bekommen sie ein eigenes Rennen.

Im vergangenen Jahr nahmen insgesamt 1000 Sportler an der Schönbuch Trophy teil. Foto: Eibner/Lars Neumann

Waldwege sollen nach dem Rennen im ursprünglichen Zustand sein

Neben diesem offensichtlichen Aufwand gibt es einige bürokratische Hürden zu überwinden. So gilt in Baden-Württemberg beispielsweise die Regel, dass das Radfahren auf weniger als zwei Meter breiten Waldwegen untersagt ist. Diese Einschränkung wird für die Schönbuch Trophy ausschließlich am Wettkampftag aufgehoben. Um zu vermeiden, dass die Route vorab zu Trainingszwecken genutzt wird, bleibt ihr Verlauf bis dahin unveröffentlicht.

Bei der allerersten Ausrichtung gab es zudem Proteste von denen, die die Wettkämpfe als Zumutung für den Naturpark sahen. Schließlich laufen und strampeln die Sportler nahezu ausschließlich auf Waldwegen. Karen Stahl kann die Skeptiker jedoch beruhigen: „Wir sind alle Naturliebhaber, wir wollen dem Wald nicht schaden.“ Daher seien in Abstimmung mit dem Landratsamt Monitorings vor und nach der Veranstaltung geplant, damit sich die Waldwege anschließend wieder im ursprünglichen Zustand befinden werden.

Schönbuch Trophy benötigt 100 Helfer pro Tag

Ganz schön viel zu bedenken also für die Veranstalter. Doch während der ausführlichen Vorbereitungen hat Karen Stahl eines immer im Hinterkopf: „Die Veranstaltung ist dann die Belohnung für den ganzen Aufwand.“

Damit diese reibungslos stattfinden kann, benötigt es pro Tag 100 Helfer. Einer davon ist normalerweise Peter John. Neben der Koordination war er in den vergangenen Jahren der Moderator an der Beschallungsanlage. Doch ein Radunfall bremst ihn dieses Mal aus. Ein Glück, dass Karen und Axel Stahl auf familiäre Unterstützung zurückgreifen können. „Am Samstag übernimmt mein Sohn Nils Stahl, der extra aus dem Allgäu angereist kommt, am Sonntag meine Tochter Franziska Probst.“

Veranstalter rechnen mit kurzentschlossenen Teilnehmern

Ein Moderator gehört genauso zu einem sportlichen Event wie die Streckenposten, die den Teilnehmern den Weg anzeigen. „Für die bin ich besonders dankbar“, nickt Karen Stahl. „Die stehen dort für mehrere Stunden bei Wind und Wetter.“ Schlechte Witterungsbedingungen seien für die Streckenposten nämlich weitaus lästiger, als für die Sportler, die sich ja ständig bewegen.

Doch Petrus meint es wohl gut. Die Veranstalter rechnen mit Sonne und Wolken – dazu soll es nicht allzu warm werden. Das könnte auch Kurzentschlossene noch zu einer Teilnahme bewegen. „Die denken sich dann: Heute ist das Wetter schön, da lauf ich doch spontan noch einen Marathon“, lacht Stahl.

Startzeiten der Schönbuch Trophy in und um Herrenberg

Samstag:
9 Uhr Gravel-Rennen über 26,5 und 50 Kilometer, 12 Uhr Mountainbike-Rennen über 27 und 51 Kilometer, Start und Ziel jeweils in der Stuttgarter Straße Höhe Nufringer Tor.

Sonntag:
9 Uhr Trailruns über 24,2, 36,2 und 42,2 Kilometer, 9.01 Uhr Midi-Marsch über 24,2 Kilometer, 9.30 Uhr Trailruns über 6,5 und 15 Kilometer, 9.45 Uhr Kids-Trail über 1,1 Kilometer, 15 Uhr Zielschluss; Start und Ziel aller Läufe jeweils auf dem Marktplatz.

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