Schönbuchschule in Dürrlewang Blumen und Bäume gegen Feinstaub

Für das Modell ihres Pflanzroboters haben die Grundschüler kleine Kunstblumen gebastelt. Foto: Yannik Buhl
Für das Modell ihres Pflanzroboters haben die Grundschüler kleine Kunstblumen gebastelt. Foto: Yannik Buhl

Viertklässler der Schönbuchschule in Stuttgart-Dürrlewang nehmen mit einem Pflanzroboter am Weltretterwettbewerb der „Zeit“ teil.

Wirtschaft: Yannik Buhl (yab)
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Dürrlewang - Die Rettung der Welt beginnt im Zimmer der Klasse 4C. Dort bauen die Grundschüler an diesem Donnerstagvormittag an Na-Ro. Die Abkürzung steht für Natur-Roboter. „Wir haben einen Pflanzroboter erfunden“, erklärt Julius. Er solle Bäume und Blumen pflanzen, die dann das Kohlenstoffdioxid in der Luft einfingen.„Damit unsere Luft wieder sauberer wird“, sagt Julius. Und im Idealfall Dürrlewang ein bisschen grüner.

Mit den Plänen für den Roboter nimmt die Klasse am Weltretterwettbewerb des Kindermagazins „Zeit Leo“ teil, das zur Wochenzeitung „Die Zeit“ gehört. Dabei sollen Schulklassen Projekte einreichen und zeigen, wie sie die Welt ein wenig besser machen wollen. Die Gewinnerklassen bekommen einen Ausflug spendiert und dürfen nach Hamburg zur Siegerehrung fahren. Im Klassenzimmer der 4C der Schönbuchschule herrscht am Donnerstag Hochbetrieb. Denn am nächsten Tag müssen die Pläne und das Modell für Na-Ro zur Post. Dafür basteln einige Schüler kleine Kunstblumen, die am Ende auf dem Roboter gelagert werden. Andere kleben aus Pappe das Modell zusammen oder schreiben an der Dokumentation, die auch an die Jury geschickt werden muss.

Mit den Bäumen wollen die Kinder gegen Feinstaub kämpfen

Mit Na-Ro wollen die Schüler aus Dürrlewang also die Welt retten, oder sie zumindest ein bisschen besser machen. Dafür haben sie sich viele Gedanken gemacht. Die Bäume, die der Roboter pflanzt, sollen nämlich nicht nur gegen Kohlenstoffdioxid helfen. Auch das Thema Feinstaub treibt die Kinder um. „Die Bäume werden helfen, dass der Feinstaub den Menschen nicht mehr schadet“, sagt Julius. Außerdem würden so Gärten und der ganze Stadtteil verschönert. „Und sie bieten Tieren Lebensraum und Nahrung“, fügt Anna hinzu.

Der Weg zu einer besseren Welt ist jedoch nicht einfach. „Ihr müsst euch absprechen“, ruft Klassenlehrerin Ines Reichert, „die Maße auf dem Plan stimmen nicht mit dem Modell überein.“ Das sei sehr wichtig, denn der Fokus des Wettbewerbs liege auf den sogenannten Mint-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. „Es geht darum, dass alles zu Ende gedacht ist“, sagt Reichert. Die Klasse hat sich also Gedanken über das Material gemacht, wie viel Wasser der Pflanzroboter fürs Angießen dabei haben muss und wie die verschiedenen Bauteile im Roboter Platz finden.

Der Roboter hat nur heimische Pflanzen im Angebot

Die Baugruppe hat deshalb als ersten Entwurf den Roboter aus Fischertechnik zusammengebaut. „Wir haben beispielsweise den Motor und den Wassertank im Bauch angebracht, damit der Schwerpunkt auch unten ist und Na-Ro nicht so schnell umkippt“, sagt Nick. Und die Räder müssten später größer sein als die des Modells. „Weil große Räder das Gewicht besser verteilen“, erklärt Nick.

Na-Ro wird am Ende das gesamte Pflanzen vollautomatisch übernehmen. „Es kann ihn jemand per App rufen, dann kommt er, scannt den Garten und macht Vorschläge, welche Bäume oder Blumen er pflanzen soll“, sagt Anna. Er hat allerdings nur heimische Pflanzen im Angebot, denn: „Wir wollen nicht, dass exotische Pflanzen weiter die heimischen verdrängen“, sagt Matteo.

Dafür haben die Grundschüler sich lange mit den heimischen Pflanzen beschäftigt und von verschiedenen Blumen und Bäumen Steckbriefe angefertigt. Schließlich muss Na-Ro ja wissen, wo er die entsprechenden Pflanzen setzen muss, wie viel Licht und wie viel Wasser und welchen Boden sie brauchen. Mit einem Greifarm holt er dann die richtige Pflanze von seinem Rücken, bohrt ein Loch und setzt sie ein. „Und in der App kann der Kunde dann den Service bewerten und anschließend auch direkt bezahlen“, sagt Anna.




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