Die Landeshauptstadt bietet durch ihre Kessellage wunderschöne Routen für Spaziergänge und punktet dabei vor allem mit zahlreichen Aussichtspunkten und der Abwechslung von Natur und Städte-Feeling.
Dass Stuttgart mehr ist als nur eine Autostadt, beweisen die zahlreichen Panoramawege, die die Besonderheiten der Kessellage auf Schritt und Tritt erlebbar machen. Die Routen führen durch unterschiedlichste Stadtteile, überraschen mit immer neuen Blickwinkeln und bieten von entspannten Spaziergängen bis zu sportlichen Aufstiegen für jeden Geschmack das Passende. Dabei verhält es sich wie auch im Leben: Man geht durch Höhen und Tiefen – ob durch die Weinberge, beim Erklimmen des Birkenkopf oder abwärts in das Stadtinnere. Stets im Mittelpunkt stehen dabei unvergleichliche Ausblicke, die weit über die Stadtgrenzen hinausreichen. Die schönsten Routen durch die faszinierende Stadtlandschaft finden sich hier im Überblick.
Panoramaweg durch den Stuttgarter Osten
Startpunkt ist – unweit des Charlottenplatz in der Innenstadt – das StadtPalais, in dem bis 1918 der letzte württembergische König Wilhelm II. lebte. Von da aus lautet die erste Station Eugensplatz. Über die Uhlandstraße, vorbei an alten Häusern, gelangt man ganz einfach an den ersten Aussichtspunkt dieser Tour. Anschließend geht es über die Haußmannstraße, in der 1919 die erste Waldorf-Schule gegründet wurde, zur Sternwarte Stuttgart. Entscheidet man sich hier nicht für eine Führung oder einen Besuch, geht es durch eine kleine Parkanlage direkt zur Uhlandshöhe. Wieder abwärts auf dem Alfred-Lörcher-Weg lautet der nächste Stopp „Villa Hauff“, der mit dem Café Arg eine Möglichkeit zur Einkehr bietet. Überquert man dann die Wagenburgstraße, um in die Gerokstraße zu gelangen, muss man nach etwa 300 Metern nur noch links in den Franz-Dingelstedt-Weg abbiegen, um auf der linken Seite das Kanonenhäusle zu erreichen. Passiert man die Christuskirche erreicht man die Kreuzung Gerokstraße / Albrecht-Goes-Platz, im Volksmund auch Bubenbad genannt. Zur vorletzten Station, der Villa Reitzenstein, gelangt man über die Richard-Wagner-Straße. 1924 vom Land erworben, dient sie seit 1925 – mit Unterbrechungen – als Sitz der Landesregierung von Baden-Württemberg. Zuletzt geht es zurück über den Albrecht-Goes-Platz über die Stafflenbergstraße zur Sünderstaffel und von dort wieder zum Ausgangspunkt.
Etappen: StadtPalais – Eugensplatz – Haußmannstraße – Sternwarte Stuttgart – Uhlandshöhe – Villa Hauff – Kanonenhäusle – Bubenbad – Albrecht-Goes-Platz – Villa Reitzenstein – Sünderstaffel
Strecke: 5,5 Kilometer
Dauer: Etwa 1,5 bis zwei Stunden
Spaziergang von Degerloch bis zum Marienplatz
Wer durch Weinreben schlendern und einen tollen Ausblick über Stuttgart haben möchte, findet auf dieser Tour genau das Richtige. Start ist der Marienplatz im Stuttgarter Süden. Von dort aus fährt man zunächst mit der Zahnradbahn (Zacke) nach Degerloch, um am Ende wieder auf dem Marienplatz zu landen. Von der Haltestelle Haigst geht es dann über die Alte Weinsteige in die Lohengrinstraße. Von dort aus läuft man geradewegs zum Aussichtspunkt Leonorenstraße. Der nebenstehende Schimmelhüttenplatz – auf dem das Original-Weinfass von 1935 steht – führt bergab zum Schimmelhüttenweg bis zur Liststraße und über die Liststaffel direkt zum Marienplatz.
Ist man etwas sportlicher unterwegs, kann man diese Route auch in umgekehrter Richtung absolvieren. Die schöne Aussicht genießt dann allerdings der Rücken.
Etappen: Marienplatz – Zacke bis Haltestelle Haigst – Alte Weinsteige – Lohengrinstraße – Aussichtspunkt Leonorenstraße – Schimmelhüttenplatz – Schimmelhüttenweg – Liststraße – Liststaffel – Marienplatz
Strecke: etwa drei Kilometer
Dauer: etwa 45 Minuten
Panoramaweg durch den Stuttgarter Westen
Beginn des Rundwegs bildet die Silberburganlage ab. Weiter bergauf gelangt man an eine wunderschöne Aussichtsplattform: die Karlshöhe. Mit Blick auf Stuttgart-Süd und -Mitte sowie einem Getränk vom Biergarten in der Hand lässt es sich angenehm die Seele baumeln, bevor es weitergeht. Bis Ende des 19. Jahrhundert wurde die Kuppe der Karlshöhe als Steinbruch genutzt. Die Steine wurden unter anderem für das Alte Schloss in Stuttgart sowie das Ulmer Münster verwendet. Weiter geht es dann über ein gusseisernes Geländer. Danach dem Hinweisschild „Blaustrümpflerweg“ folgen. Nach einem steilen Anstieg der Hasenbergsteige gelangt man in die Hasenberganlage mit einem Skulpturenpark. Vorbei am Hasenbergturm geht es wieder bergab in Richtung Blaustrümpflerweg. Folgt man weiter dem „Blauen Weg“ kommt man an kleinen Gärten mit traumhafter Steillage vorbei, um dann wieder an der Hasenbergsteige zu landen. Biegt man dann rechts in die Hohenzollernstraße ab, erreicht man nach einiger Zeit das Städtische Lapidarium. Dort findet man ein Freilichtmuseum für Stuttgarter Architekturgeschichte, das gleichzeitig das Ende dieser Route darstellt.
Etappen: Silberburganlage – Karlshöhe – Hasenbergsteige – Hasenberganlage mit Skulpturenpark – Blaustrümpflerweg – Städtisches Lapidarium
Strecke: Fünf Kilometer
Dauer: Etwa 1,5 Stunden
Gipfeltour auf den Birkenkopf
Entweder als Teil des Panoramawegs durch den Westen zwischen Hasenberganalage und Blaustrümpflerweg, oder als eigenständiger Spaziergang: der Weg zum Birkenkopf. Mit 511 Metern ist er der höchste Punkt der Innenstadt und wird im Volksmund auch Monte Scherbellino genannt. Grund dafür ist, dass er zwischen 1953 und 1957 mit Trümmerschutt aus den Luftangriffen des Zweiten Weltkrieg „künstlich“ um knapp 40 Meter erhöht wurde.
Die Tour beginnt vom Parkplatz Birkenkopf, von wo aus ein breiter Weg in Serpentinen nach oben führt. Dort wartet eine hervorragende Aussicht über die Stadt. Zurück geht’s über den gleichen Weg.
Dauer: Etwa 45 bis 60 Minuten
Panoramaweg durch den Stuttgarter Norden
Startpunkt ist der Höhenpark Killesberg. Hier führt der Weg zwar nicht durch, ein Spaziergang durch den Park lohnt sich aber dennoch. Gegenüber der U-Bahn-Haltestelle „Killesberg“ führen die Rasenkissen zum Tennisclub Weissenhof e.V., wo jeden Sommer das Tennisturnier „BOSS Open“ ausgetragen wird. Über die Parlerstraße und durch das Eidechsenhabitat gelangt man zum Theodor-Heuss-Haus, wo der erste Bundespräsident Deutschlands seine letzten vier Lebensjahre verbracht hat. Zurück auf den Feuerbacher Weg und anschließend links in den Bonatzweg erreicht man die Feuerbacher Heide und danach den Bismarckturm – beides schöne Aussichtpunkte über die Stadt. Anschließend geht es die Serpentinen bergab, rechts in die Parlerstraße, um dann wieder rechts über die Helferrichstraße zur Wiederholdstaffel zu gelangen. Wieder zurück auf der Helferrichstraße führt der Weg weiter auf der Eduard-Pfeiffer-Straße zum Kriegsbergturm. Nur einen Katzensprung entfernt, erreicht man quasi das „Land der Mitte“: über die Straßen „Am Kriegsbergturm, „Im Himmelsberg“ und die Birkenwaldstraße gelangt man zum Chinagarten. Die nächsten Etappen „Mönchhalde“, Viergiebelwegssiedlung und Hermann-Lenz-Höhe erreicht man über die Birkenwaldstraße. Wenige Schritte über die Friedrich-Ebert-Straße führen dann zur Weissenhofsiedlung, einem ganz besonderen Baudenkmal. Über die Straße „Am Kochenhof“ hat man den Ausgangspunkt fast wieder erreicht. Kurz vorher warten allerdings noch zwei Abstecher: die staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und die direkt gegenüber liegende Brenzkirche.
Etappen: Höhenpark Killesberg – Theodor-Heuss-Haus – Feuerbacher Heide – Bismarckturm – Wiederholdstaffel – Kriegsbergturm – Chinagarten – Mönchhalde – Viergiebelweg – Hermann-Lenz-Höhe – Weissenhofsiedlung – Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart – Brenzkirche
Strecke: Sechs Kilometer
Dauer: Etwa zwei Stunden
Naturspaziergang vom Bärensee zum Schloss Solitude
Die Gegend rund um das Jagdschloss Solitude, einst das prächtige Refugium von Herzog Carl Eugen, ist wie geschaffen für einen ausgedehnten Spaziergang, der Stadtnähe mit unberührter Natur im Stuttgarter Westen vereint. Eine reizvolle Route beginnt am Bärensee und folgt dem Bernhardsbach, vorbei an eindrucksvollen Baumkunstwerken. Nach der Überquerung der Wildparkstraße führt der Weg links direkt zum Schloss Solitude.
Wer die Pfade etwas weniger frequentiert bevorzugt, biegt schon am kleinen Staubecken des Bernhardsbachs links ab. Von dort aus hält man sich an den nächsten beiden Kreuzungen rechts und flaniert anschließend über die historische Hirschallee geradewegs auf das Schloss zu – ein Anblick, der schon den Herzog entzückt haben dürfte. Vom Schloss Solitude aus besteht die Möglichkeit, mit dem Bus 92 zurück in die Stadt zu fahren oder den Ausflug zu einer kleinen Wanderung durch das malerische Krummbachtal zu erweitern.
Etappen: Parkplätze an der Mahdentalstraße – Bärenschlössle – Weg parallel zum Bernhardsbach – Krucksweg – Bruderhausallee – Großer Stern – Kleiner Stern – Hirschallee – Schloss Solitude
Dauer: Etwa eine Stunde
Panoramaweg Weißenburg
Diese kleine, aber feine Route führt durch einen schönen Park, am Wald entlang über eine Panoramastraße mit wundervollem Blick über die Stadt. Startpunkt ist die U-Bahn-Haltestelle Bopser, von der man der kleinen Straße „Am Bopserweg“ bergauf Richtung Teehaus / Marmorsaal folgt. Über eine kleine Fußgängerbrücke gelangt man dann in den Weißenburgpark. Weiter bergauf erreicht man bald den Marmorsaal, den man für private Feiern und Events mieten kann. Ein paar Treppen weiter nach oben wartet schon das Teehaus. Hier gibt es für Ausflugsgäste eine Außenbewirtschaftung für eine kleine Verschnaufpause. Besonders sehenswert ist das farbenprächtige Deckengemälde. Rechts von der Terrasse bietet eine Aussichtsplattform einen malerischen Ausblick auf Stuttgart. Weiter geht es dann Richtung Süden in die Steinkopfstraße bis man die Straße „Zur Schillereiche“ erreicht, wo man dann links die Treppen zur Aussichtsplattform Schillereiche gelangt. Auch wenn man sich an dem Ausblick nicht satt sehen kann, geht es dennoch weiter über die Wernhaldenstraße, die nach etwa 300 Metern in die Bopserwaldstraße mündet. Hier hat man einen schönen Blick auf historische Villen, moderne Bauten und die Innenstadt. Von hier aus geht es auch wieder schnurstracks über ein Stäffele zum Ausgangspunkt zurück.
Etappen: U-Bahn-Haltestelle Bopser – Weißenburgpark – Marmorsaal – Teehaus – Aussichtsplattform am Teehaus – Schillereiche – Bopserwaldstraße
Strecke: 2,2 Kilokemter
Dauer: Etwa 50 Minuten