Das neu eingeführte Messerverbot sorgt im Wieslauftal für massive Polizeipräsenz im ÖPNV. Warum kontrolliert und was gefunden wurde.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Ein gewöhnlicher Freitag im Wieslauftal (Rems-Murr-Kreis). Doch wer an diesem Tag am Nachmittag und Abend die Wieslauftalbahn oder einen der regionalen Busse betritt, begegnet ungewöhnlich vielen Uniformierten. Zwischen 16 und 23.30 Uhr führt die Polizei gezielte Kontrollen durch – auf der Suche nach Messern, Waffen und Verstößen gegen das neue Verbot im öffentlichen Nahverkehr.

 

Darüber hinaus wurden Jugendschutzkontrollen am Schorndorfer Bahnhof, im Innenstadtbereich, im Bereich des Stadtparks sowie in Rudersberg durchgeführt. Laut dem Polizeipräsidium Aalen zeigen sich die meisten Fahrgäste verständnisvoll, die Stimmung bleibt ruhig. Verstöße? Keine.

Generelles Messerverbot im Nahverkehr gilt seit Juli

Hintergrund der Aktion ist eine Verordnung, die seit dem Juli dieses Jahres in Baden-Württemberg gilt. Sie untersagt das Mitführen von Waffen und Messern in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, unabhängig von Klingenlänge oder Art. Taschenmesser, Teppichmesser, Küchenmesser: alles ist verboten.

Auch Teppichmesser sind im ÖPNV in Baden-Württemberg verboten. Foto: Frank Rodenhausen

Ausnahmen gelten nur für Einsatzkräfte, Jäger, Fischer, Sportler und bestimmte kulturelle Anlässe. Wer trotzdem ein Messer dabei hat, riskiert ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. Die Polizei darf zudem Gegenstände einziehen.

Polizei setzt auf Abschreckung durch Sichtbarkeit

Die Kontrollen in Schorndorf, Rudersberg und Umgebung sind Teil einer landesweiten Strategie: Wer mit Bus und Bahn unterwegs ist, soll sich sicher fühlen – und wissen, dass Regeln auch durchgesetzt werden.

„Gerade im ÖPNV, wo viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen, haben Waffen und Messer absolut nichts verloren“, sagt der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU), „jede Waffe und jedes Messer weniger ist ein Sicherheitsgewinn.“