Die Wirtin des Hasselwander’s Panorama-Restaurant in Oberhof kritisiert die Verkehrsführung durch die Baustelle in der Schorndorfer Straße.
Sommerzeit ist Baustellenzeit: Seit dem 28. Juli laufen die Bauarbeiten in der Schorndorfer Straße in Esslingen. Hier und in der Hegensberger Straße verlegen die Stadtwerke Esslingen (SWE) neue Fernwärmeleitungen, die künftig den Stadtteil Hegensberg-Süd versorgen soll. Bis voraussichtlich 12. September ist die Schorndorfer Straße deshalb halbseitig gesperrt. Das hat die SWE einige Tage vor Baubeginn öffentlich gemacht. Petra Hasselwander ist davon unmittelbar betroffen. Sie erfuhr von der Sperrung aber zunächst nur aus den Medien. Erst am 24. Juli sei sie persönlich vom Amt für Wirtschaftsförderung angeschrieben worden – für die Wirtin des Panorama-Restaurants im Stadtteil Oberhof war das zu spät, um noch reagieren zu können.
Nun kämpft sie mit den Folgen der Sperrung und stößt nach eigenen Angaben auf wenig Entgegenkommen bei der Stadt. Ihr Lokal liegt auf einer Anhöhe am Ende der Schorndorfer Straße, die wegen der Bauarbeiten derzeit nur stadtauswärts befahrbar ist. Ihre Gäste müssen teilweise weite Umwege in Kauf nehmen, um das Restaurant zu erreichen. Einige halten ihr zwar trotz der widrigen Umstände die Treue, aber selbst Stammgäste kommen derzeit seltener. „Ich spüre den Rückgang, ich stehe hier vor vielen leeren Stühlen“, sagt Petra Hasselwander.
Zufahrt inEsslingen gesperrt, obwohl dort gar nicht gebaut wird?
Die Wirtin hat Verständnis dafür, dass an der Infrastruktur gearbeitet wird und die Arbeiten häufig in die Ferien verlegt werden, wenn ohnehin viele Menschen im Urlaub sind. Doch die Sinnhaftigkeit der Absperrungen erschließt sich ihr nicht.
So ist beispielsweise die Schorndorfer Straße schon ab der Kreuzung „Rotes Kreuz“ gesperrt, obwohl hier keine Arbeiten stattfinden. Eine Zufahrt bis Oberhof/Kimmichsweiler wäre aus ihrer Sicht zumindest für Anlieger und Lieferanten problemlos möglich. Dass auch andere diese Regelung möglicherweise für widersinnig finden, zeigt das Beispiel eines Traktors, der beim Ortstermin zufällig vorbeikam. Der Fahrer wechselte kurz auf den Gehweg, umfuhr die Absperrung und tuckerte auf der freien Straße weiter Richtung Oberhof.
Warum gleich die Sperrung in der Schorndorfer Straße in Esslingen und keine Ampel?
Laut der offiziellen Umleitung muss der Oberhof derzeit von der Römerstraße aus über Kimmichsweiler angefahren werden. „Das wird aber nur durch ein kleines Sackgassenschild markiert”, moniert Hasselwander. Die Durchfahrt in Kimmichsweiler ist zudem eng und verschlungen. Vor allem ältere Gäste würden sich diesen Weg nicht mehr zutrauen und auch für die größeren Fahrzeuge der Lieferanten sei er ungeeignet.
Die Wirtin kann auch nicht nachvollziehen, warum die Baustelle nicht mit einer Ampel geregelt wird, sodass die Schorndorfer Straße in beide Richtungen befahrbar bleibt. Tatsächlich fällt auf, dass derzeit nur auf einem überschaubaren Abschnitt gearbeitet wird. Dennoch ist die Schorndorfer Straße über eine sehr große Strecke halbseitig für den Verkehr gesperrt.
Bus ist keine Alternative – Ersatzbushaltestelle ist ein Kilometer entfernt
„Meine Gäste aus Zell und Oberesslingen müssen einen gut zehn Kilometer langen Umweg über den Hirschlandkopf fahren“, sagt Petra Hasselwander. Das sei vielen auf Dauer zu weit. In diversen Telefonaten mit verschiedenen Ämtern hat sie deshalb den Vorschlag unterbreitet, ob zeitweise ein gut ausgebauter Anlieger- und Radweg nach Zell genutzt werden könnte – bislang jedoch ohne Erfolg. Die Hoffnung, dass die Stadt doch einlenkt, hat sie nicht mehr. Auch die Anreise mit dem Bus ist keine Alternative. „Die Ersatzbushaltestelle an der Römerstraße ist für meine Gäste nicht erreichbar, denn sie liegt einen Kilometer bergauf“, schildert Hasselwander. „Man wird einfach im Regen stehen gelassen“, ärgert sich die Geschäftsfrau. Schließlich ist es schon das zweite Mal innerhalb von drei Jahren, dass die Straße vor ihrer Haustür gesperrt ist.