Schriftstellerhaus in Stuttgart Agnes Gerstenberg: Brezel in der Nacht

Agnes Gerstenberg Foto: privat
Drei wundervolle Monate habe ich in dir verbracht, liebes Schriftstellerhaus. Und zwar zur schönsten Zeit des Jahres, die so viel zu bieten hatte: Trickfilm-Festival. Margriet de Moor während „Stuttgart liest ein Buch“. Der beginnende Frühling. Enten-Babys in Hülle und Fülle. Zwei Interviews. Zwei Lesungen. Ein oder zwei Montagsdemos. Ein Treffen mit der Intendantin vom Jes. Volker Löschs Stuttgarter-Revolution: „Die Gerechten“. Das Schauspielhaus muss nach seiner Renovierung nochmals „renoviert“ werden. Und natürlich eine Baustelle: Ein Gerüst, das sich in seiner schönsten Pracht vor meinem Arbeitszimmer zeigt. Und eine Bäckerei, die niemals aufhört, frische Brezeln herzustellen. Vor allem nachts nicht.

Es knackt und knarrt in deinen Wänden, / die Baustelle vor der Tür möchte sich nicht beenden. /Auch die Bäckerei lässt mich nicht schlafen, / man müsste sie bestrafen. / Im Dachgeschoss ist es mal zu kalt, mal zu warm – / das geht wirklich auf den Darm. / Es reimt sich – dann wieder nicht. / Wer bringt Dunkel in dieses Licht?

In deinen Wänden konnte ich arbeiten, liebes Stuttgarter Schriftstellerhaus! Du hast mich inspiriert! Mit dem Bohnenviertel, indem du steckst. Und durch die klugen Köpfe, die ihrer Kreativität in dir freien Lauf lassen. Dank dir widmete ich mich neuen Themen, sogar neuen Genres! Was will man mehr?

Schriftstellerhaus: Was willst du noch?

Ich:Wie meinst du das?

Schriftstellerhaus: Du bist doch schon wieder da.

Ich: Ja, ich wollte dir zum Geburtstag gratulieren.

Schriftstellerhaus: Das ist nett.

Ich: Nicht wahr? Also: Happy Birthday, altes Haus!

Agnes Gerstenberg Die Drama­tikerin war von März bis Mai 2012 im Schriftstellerhaus zu Gast.




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