Schüler beklagen sich über den ÖPNV Wenn der Schulbus nicht zur Schule fährt

Von Patricia Beyen 

Überfüllt, verspätet oder gar nicht da: die Schüler aus Remseck und Poppenweiler fühlen sich vom Busbetrieb im Stiche gelassen, vor allem seitdem ein zusätzlicher Bus über Hochberg und Hochdorf ersatzlos gestrichen wurde. Wie sollen sie pünktlich zur Schule nach Ludwigsburg und zurück kommen?

Voller Bus: Viele Schüler sind auf Schulbusse angewiesen. Blöd, wenn einfach einer gestrichen wird. Foto: Gottfried Stoppel/Archiv
Voller Bus: Viele Schüler sind auf Schulbusse angewiesen. Blöd, wenn einfach einer gestrichen wird. Foto: Gottfried Stoppel/Archiv

Remseck am Neckar/ Ludwigsburg - Auf einmal sei der Schulbus um kurz nach sieben nicht mehr über Hochdorf und Hochberg gefahren, klagt eine Mutter aus dem Remsecker Stadtteil Hochberg. Ihre Tochter habe an der Bushaltestelle vergeblich gewartet. „Der nächste reguläre Bus kommt zwar etwa zehn Minuten später, aber auch nur, wenn er pünktlich ist“, so die Mutter, die nicht namentlich genannt werden möchte. Nach einiger Recherche hat die Hochbergerin dann festgestellt: Der Bus ist ersatzlos gestrichen worden. „Nirgends haben wir davon erfahren“, sagt sie. „Erst in der App haben wir uns den Verlauf des Busses angeschaut und gesehen, dass Hochdorf und Hochberg nicht mehr angefahren werden.“

In der ersten Woche nach den Schulferien kam der Bus jeden Tag verspätet an

Daraufhin habe sie die Stadt und den Landkreis angeschrieben, sowie das Busunternehmen LVL Jäger kontaktiert. „Bei der Stadt hat man mir und den anderen Eltern versichert, dass man die alte Schulbusroute wieder einführen möchte“, so die Mutter. Zwar fahren immer noch die regulären Linienbusse über die zwei Remsecker Stadtteile, aber diese seien entweder viel zu früh oder zu spät in der Stadt. Somit stünden die Schüler entweder vor noch verschlossener Schultür oder kämen zu spät zum Unterricht. Eine weitere Mutter aus Hochberg klagt, dass die Busfahrer durch den hohen Zeitdruck zu schnell unterwegs seien, wenn die Straßen mal frei seien. In den überfüllten Bussen würden Kinder stürzen.

Von verspäteten, überfüllten oder ausgefallenen Bussen berichteten auch Eltern aus Poppenweiler zum Anfang des Schuljahres. Die Situation dort habe sich inzwischen „verändert aber nicht verbessert“, so Andrea Walz. Der zusätzliche Bus 433 a, der nicht mehr über Hochberg und Hochdorf fährt, müsste nun eigentlich schneller sein, aber: „In der ersten Woche nach den Schulferien kam der Bus an jedem Tag verspätet am Bildungszentrum West an“, sagt Walz, deren Kinder dort zur Schule gehen. Die Fahrtzeiten der Busse hält Walz zudem für utopisch. „Sonntagmorgens wenn keine Fahrgäste im Bus sitzen schafft man die Strecke vielleicht in der vorgegebenen Zeit, aber nicht bei dem Verkehr unter der Woche.“ Außerdem seien die Busse nach wie vor überfüllt, klagt sie.

Busunternehmen wünscht sich eine Bevorrechtigung der Busse

Das Busunternehmen LVL Jäger sucht weiterhin nach einer Lösung. Im Raum stehe, dass der so genannte Verstärkerbus in Poppenweiler sechs Minuten früher starte und dann wieder über Hochdorf und Hochberg fahre, so der Betriebsleiter Frank Metzger. Eine Zählung des Busunternehmens im Herbst sei zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Schüler aus Remseck in das Bildungszentrum West führen. Daher haben man die Strecke des zusätzlichen Busses, der auch Pendler aufnimmt, entsprechend verkürzt, sagt Metzger. Für die rund 40 Schüler aus Remseck, die täglich in die Innenstadtschulen müssen, gebe es ja noch die beiden regulären Buslinien, die weiterhin über Hochdorf und Hochberg fahren, so Metzger.

Für die langen Fahrten und verspäteten Busse macht der Betriebsleiter vor allem die vielen Baustellen und den dichten Verkehr verantwortlich. „Wir würden uns eine Beschleunigung wünschen.“ Etwa indem die Busse dem anderen Autoverkehr gegenüber bevorrechtigt würden.