KommentarSchüler-Kommentar zum Jonny-K.-Prozess Eine steigende Gefahr?

Von Ingmar Dopfer 

Viele Jugendliche haben schon Gewalt erfahren. Wie können sie sich in solchen Situationen verhalten? Ein Kommentar von Ingmar Dopfer, einem Schüler der sich am Montag bei der StZ-Aktion „Schüler machen Zeitung“ beteiligt hat.

Der Tod von Jonny K. sorgt deutschlandweit für Aufsehen. Der Schüler-Redakteur hat sich dazu Gedanken gemacht. Den Schülertag bei der StZ dokumentieren wir in der Fotostrecke. Foto: dpa 8 Bilder
Der Tod von Jonny K. sorgt deutschlandweit für Aufsehen. Der Schüler-Redakteur hat sich dazu Gedanken gemacht. Den Schülertag bei der StZ dokumentieren wir in der Fotostrecke. Foto: dpa

Stuttgart - Gehört es in Deutschland bereits zum Alltag, dass Menschen wehrlos und ohne Grund zusammengeschlagen werden? Werden Jugendliche in Deutschland gewalttätiger? Laut einer Statistik des Kriminologischen Forschungs­instituts Niedersachsen hat die Jugendgewalt seit 2007 um 20 Prozent abgenommen. Dennoch haben viele den Eindruck, dass die Hemmschwelle zum Zuschlagen immer mehr sinkt. Das liegt auch an erschreckenden Vorfällen wie dem vom Alexanderplatz.

So etwas passiert zum Glück nicht oft, aber in harmloserer Form haben viele Jugendliche schon Gewalt erfahren. Was unternimmt die Politik dagegen? In Schulen existieren mittlerweile Trainingsprogramme, in denen Schüler lernen, wie man Konflikten aus dem Weg geht oder sie auf friedliche Weise löst. Hätten die Angeklagten im Fall Jonny K. in einem Deeskalationstraining gewaltfreies Verhalten erlernt, wäre es vielleicht nicht so weit gekommen. Was genau in dieser Nacht passiert ist, wird das Gericht klären.

Und was kann man selbst tun? Man sollte Hilfe holen, wenn man eine Gefahrensituation beobachtet. Merkt man, dass Hilfe zu spät kommen könnte, kann man selbst einschreiten. Am wichtigsten ist es aber, einschätzen zu können, wie heikel die Situation ist. Dann kann man entscheiden, ob Zivilcourage am Platz ist oder einen selber in Gefahr bringt.