Zwei Sechstklässlerinnen des Hölderin-Gymnasiums in Stuttgart-West sammeln Spenden für Flüchtlinge aus der Ukraine – mit dem Basteln eines Klassikers.

Die Erkenntnis kam relativ schnell: „Wow, das ist ja richtig viel Geld“, erinnern sich Giulia (12 Jahre) und Maja (11 Jahre), als nach zwei Wochen gut 600 Euro zusammengekommen sind. Inzwischen sind die beiden bei über 1000 Euro angekommen und das, obwohl sie erst seit rund drei Wochen aktiv sind. Das begehrte Produkt rund um den Bismarckplatz und auf den diversen Stuttgarter Friedensdemos: eine einfache Friedenstaube aus Papier.

Diese basteln die beiden Schülerinnen des Hölderlin-Gymnasiums gemeinsam mit rund zehn weiteren Freundinnen und Freunden – und verkaufen sie dann auf der Straße. Auf die Idee sind sie eher zufällig gekommen. „Wir hatten Lust etwas zu verkaufen“, sagt Giulia. Der Krieg in der Ukraine war da noch gar kein Thema. Das kam eher zufällig, als bei Bekannten Flüchtlinge untergekommen sind: „Denen wollten wir gerne helfen mit einer Geldspende“, sagt Maja. Als sie merkten, wie erfolgreich das mit dem Spendensammeln funktioniert, kam die Idee auf: „Wenn wir so viel Geld sammeln, können wir noch viel mehr Menschen helfen“, so Maja.

Bis zu 20 Euro haben manche Spender gegeben

Inzwischen sammeln sie für das Bündnis Entwicklung hilft, ein Zusammenschluss verschiedener Hilfswerke, und werden von Spendensammlung zu Spendensammlung erfolgreicher. „Am Anfang haben wir uns noch nicht so richtig getraut die Leute anzusprechen“, sagt Maja. Inzwischen sind sie selbstbewusster. Bis zu 20 Euro haben manche Spender gegeben. Die begehrten Produkte haben sich im Lauf der Zeit weiterentwickelt. Neben gebastelten Tauben gibt es auch Karten mit aufgeklebten Symbolen: „Am beliebtesten sind aber die kleinen Tauben“, so Maja. Auch in ihrer Schule und bei den Lehrern kommt die Aktion sehr gut an. Denn der Krieg in der Ukraine ist natürlich in der Schule häufig Thema. „Die Lehrer haben gerade zu Beginn viel mit uns darüber geredet und auch über die Hintergründe“, sagt Maja.

Dadurch, vor allem aber durch das Spendensammeln, ist ihr Interesse an dem Krieg groß. „Ich schaue jetzt oft mit meinen Eltern die Nachrichten“, sagt Giulia. Mit dem Basteln und Verkaufen wollen sie auf jeden Fall weitermachen. Mit jedem Verkaufsgang Erkenntnisse gewonnen: „Montags waren wir bislang nicht so erfolgreich – am Wochenende spenden die Menschen eher“, sagt Maja.