Schülerin aus Stuttgart-Untertürkheim Mit Abi-Bestnote zum Medizinstudium

Von Mathias Kuhn 

Semina Aslani schließt das Gymnasium mit der Traumnote 1,0 ab. Die Untertürkheimerin möchte Medizin studieren.

Semina Aslani hat das  beste Ergebnis am Wirtemberg-Gymnasium. Foto: Mathias Kuhn
Semina Aslani hat das beste Ergebnis am Wirtemberg-Gymnasium. Foto: Mathias Kuhn

Untertürkheim - Ihr Abschlusszeugnis hat sie bereits vor vier Wochen erhalten, doch Semina Aslani kommt noch gerne ins Wirtemberg-Gymnasium. „Es hat hier Spaß gemacht und das liegt nicht nur daran, dass ich um die Ecke wohne“, sagt die 18-Jährige und ihre Augen strahlen. Die Untertürkheimerin hat mit der Traumnote 1,0 oder 866 von 900 möglichen Punkten abgeschlossen. „Natürlich geht ohne Lernen nichts, aber mir fällt das Lernen leicht und die Sprachen haben sich bei mir fast von alleine entwickelt“, sagt sie. Doch nicht nur in den Fremdsprachen, sondern auch in Mathematik und in anderen naturwissenschaftlichen Fächern sammelte sie Bestnoten, in Deutsch wurde sie gar für das beste Abitur mit dem Scheffel-Preis ausgezeichnet. „Ich lese gerne und habe mich in der schriftlichen Deutschprüfung für den Werkvergleich entschieden.“ Und dies, obwohl ihr Lieblingsstück „Dantons Tod“ nicht zur Auswahl stand. Auch nach dem umstrittenen Englisch-Abitur war Aslani eher skeptisch. Umso überraschter war sie vom Endergebnis: 1,0 – damit hatte sie nicht gerechnet. Ob die Bestnote allerdings die Türen für das Studium zu ihrem Traumberuf öffnet, weiß die Untertürkheimerin nicht. Sie will Medizin studieren, möglichst in Baden-Württemberg. Schließlich will sie in der Nähe ihrer Familie, den Eltern und zwei Geschwistern, bleiben. Ihre Eltern flohen vor 20 Jahren aus dem Kosovo. Ihr Vater fand in der Altenpflege einen Arbeitsplatz – „daher vielleicht auch mein Berufswunsch, Menschen zu helfen“. 1999 kam Semina Aslani zur Welt, ging zunächst in die Wilhelmsschule und wechselte dann aufs Wirtemberg-Gymnasium. Untertürkheim ist ihre Heimat geworden, auch wenn sie sich auf die Urlaubstage bei ihrer Großmutter im Kosovo freut. „Dennoch werde ich meine Klassenkameradinnen und -kameraden vermissen. Sie haben auch problemlos akzeptiert, dass ich seit der 10. Klasse ein Kopftuch trage.“

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