Ab Dienstag bleiben die Schulen und Kindertagesstätten geschlossen. Die wegfallenden Betreuungsmöglichkeiten dürften vor allem berufstätigen Eltern Sorgen bereiten. Wir haben uns bei Stuttgarter Eltern umgehört, wie sie die Entscheidung aufnehmen und vor welche Probleme sie nun stehen.

Stuttgart - Wegen der Coronavirus-Pandemie schließt Baden-Württemberg von Dienstag an alle Schulen und Kindertagesstätten bis zum Ende der Osterferien. Nur Kinder, bei denen beide Elternteile in kritischen Infrastrukturen beschäftigt sind, werden „notfallbetreut“.

Die meisten Eltern, die man am Freitagnachmittag vor den Kindertageseinrichtungen in Stuttgart trifft, wirken gestresst. Die Entscheidung zur Schließung der Schulen und Kitas ist für viele ein Horrorszenario gewesen. Jetzt ist es Realität. Cihan Köseojk (37) ist selbstständig und weiß aktuell nicht, wer ihren kleinen Sohn ab nächster Woche betreuen wird. Die r hält sie trotzdem für angemessen: „Hauptsache, die Kinder werden nicht krank!“, sagt sie.

Homeoffice und Großeltern als Lösung?

Auch Özlem Aydogdus (35) ist von der Regelung betroffen. „Die Schließungspläne hätten mich hart getroffen, doch ich habe das Privileg seit dieser Woche im Homeoffice arbeiten zu können. So ist die Betreuung meiner Tochter zum Glück kein Problem.“ Angela B., die zwei sechsjährige Kinder hat, kann ebenfalls die nächsten Wochen im Homeoffice arbeiten. Sie weiß aber, dass es schwierig wird, Homeoffice und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Der zweijährige Sohn von Eva Glöß geht zwar noch nicht in den Kindergarten, die Pädagogin muss sich die Betreuungsfrage aktuell dennoch stellen.

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„Bis jetzt haben wir an den Tagen, an denen wir beide arbeiten, den Kleinen zu seiner Oma gebracht. Aber angesichts der aktuellen Lage stellt man sich natürlich die Frage, ob man das weiterhin ohne schlechtes Gewissen tun kann.“ Das Coronavirus kann vor allem für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sehr gefährlich sein. Benjamin J., dessen Sohn eine Renninger Kita besucht und Rainer M., dessen Tochter eine Vaihinger Kita besucht, möchten aus diesem Grund Oma und Opa nur im Notfall um Unterstützung bitten. Sie schlagen vor, in der Eltern-Nachbarschaft punktuell nach Lösungen zu suchen.

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