Schulbeginn in Stuttgart So lief der erste Schultag nach den Sommerferien

Alle wieder da? Begrüßung am Hölderlin-Gymnasium draußen im Plenum Foto: Lg//Leif Piechowski

Ein bisschen aufgeregt waren manche Schüler in Stuttgart am ersten Schultag nach den Ferien. Ankommen hieß die Devise. Das gelang unterschiedlich gut.

Stuttgart - Endlich wieder Gewusel im Schulhaus! Und fröhliche Stimmen. Wo denn das Sekretariat sei? Und das Lehrerzimmer? Und wo der Computerraum? All das wollten die Fünftklässler wissen, als sie, bewaffnet mit Maske und einem Fragebogen, grüppchenweise durchs Treppenhaus des Hölderlin-Gymnasiums im Stuttgarter Westen pirschten. Denn bei der Schulhaus-Rallye galt es für die Neuen, gleich mal alle wichtigen Örtlichkeiten kennenzulernen. Da war die Nervosität rasch verflogen. „So ist das halt, wenn man so wissbegierige Fünftklässler hat“, meinte eine Schülerin keck.

 

Doch nicht allen gelang die Rückkehr in den Schulalltag so geschmeidig. Zwei Sechstklässlerinnen hätten zunächst mal ihre Klasse nicht mehr gefunden, berichtet Högy-Rektor Matthias Wasel. Die Sache ließ sich aber schnell klären. Die Klasse saß bereits im Klassenzimmer, aber die Tür war zu, und die zwei Schülerinnen hätten sich nicht zu klopfen getraut. Bei einer älteren Schülerin flossen gar Tränen, als sie feststellte, dass ihre Freundin nicht dasselbe Wahlfach gewählt hatte und nun in einer anderen Klasse war. „Viele Schüler sind heute instabiler“, beobachtet Wasel. Trost spenden gehört schon länger zum Pädagogengeschäft dazu.

Eine Fünftklässlerin wurde gleich zu Beginn positiv getestet

Pech hatte eine Fünftklässlerin, die gleich zu Beginn positiv getestet wurde. „Der PCR-Test wird zeigen, ob sie nicht gleich am Dienstag wieder kommen kann“, meint Wasel zuversichtlich. Doch den gemeinsamen Start am Montag hatte das Mädchen somit natürlich verpasst: Das Kennenlernen in der Klasse, aber auch die Begrüßung von Rektor Wasel im Plenum, das bei Kaiserwetter draußen auf dem Schulhof zusammenkommen konnte. Dort bekamen die Neuen gleich einen Eindruck davon, wie die Schulgemeinschaft hier so tickt. Denn auch das Kollegium und die Schülersprecher stellten sich vor, und die SMV verlieh die „Goldene Kreide“ für den stylishsten Lehrer und den mit dem besten Tafelanschrieb. Doch auch im Kollegium freue man sich über den gemeinsamen Start in einen realen Schulalltag, versichert Wasel.

Das berichtet auch Detlef Storm von der Rosensteinschule im Stuttgarter Norden. Auch dort, an der Grund- und Werkrealschule, gab es viele neue Schüler: nämlich in Klasse zehn. „Die waren zum Teil so aufgeregt wie Erstklässler“, berichtet Storm. „Das große Thema, das über allem steht, ist Normalität, ist Ankommen“, sagt der Rektor.

Auch die Rosensteinschule legt großen Wert auf Schutzmaßnahmen

Dazu trage auch das allseits bekannte Corona-Reglement bei. „Bei unseren Schülern ist noch niemand geimpft, wir haben flächendeckend getestet – das war für die Schüler was ganz Normales“, so Storm. Und: „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, dass wir das hier an der Schule gemeinsam machen.“ Zudem hätten die Kollegen „eine sehr hohe Sensibilität für Schutzmaßnahmen“. Auch das stimmt den Schulleiter zuversichtlich. „Wir hoffen, dass wir das Virus so in den Griff kriegen und nicht wieder dauernd was umstellen müssen.“

Es sei ein schöner Start gewesen, meint Storm: Ankommen, Testen, Hygieneverordnung, Stundenpläne. Und: „Wir müssen keine Löcher stopfen“, sagt Storm im Blick auf die nicht gerade rosige Lehrerversorgung in Stuttgart. Die Grundschüler hätten jedoch schon am Montag im Ganztag gleich volles Programm gehabt, berichtet er. Die Werkrealschüler müssten sich jedoch erst mal orientieren und strukturieren, „zum Teil auch disziplinieren lassen“, sagt der Rektor.

Erstklässler laufen sich schon in der Ferienbetreuung warm

Die Erstklässler kommen erst am Mittwoch, eigentlich muss man sagen, schon am Mittwoch. Denn an den meisten Stuttgarter Grundschulen beginnen die Abc-Schützen erst gegen Ende der ersten Schulwoche. An der Rosensteinschule werden die meisten von ihnen nicht fremdeln. „Wir haben viele von ihnen schon seit zwei Wochen in der Ferienbetreuung“, berichtet Storm. Und die Kleinen wollten nun auch endlich richtigen Unterricht mit Klassenzimmer und Lehrer. Der Vorteil vom Mittwoch als Einschulungstag sei, dass für die Schulanfänger mit dem Donnerstag gleich noch ein voller Schultag hinterher komme, gemeint ist der Ganztag.

Unterdessen ruft Schulbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) zum Schulstart „jeden Einzelnen dazu auf, seinen Beitrag zu leisten, um Schülerinnen und Schüler zu schützen: Lassen Sie sich gegen Corona impfen.“ Wasel berichtet, dass sich zunehmend auch Schüler impfen ließen. „Wir müssen schauen, wenn die Impfzentren zu sind, ob wir doch noch ein mobiles Impfteam kriegen.“

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