Schulbildung im Kreis Göppingen Gymnasien müssen niemanden abweisen
Die Gymnasien in der Region schrumpfen wieder – nicht so jedoch in Göppingen, wo die Anmeldezahlen deutlich zulegen. Absagen für künftige Fünftklässler gibt es aber trotzdem keine.
Die Gymnasien in der Region schrumpfen wieder – nicht so jedoch in Göppingen, wo die Anmeldezahlen deutlich zulegen. Absagen für künftige Fünftklässler gibt es aber trotzdem keine.
„Viele Eltern haben in den vergangenen Wochen schon angerufen und nachgefragt, ob die Anmeldung ihres Kindes berücksichtigt wird“, berichtet Maria Rauhut. Sie ist Leiterin des Göppinger Mörike-Gymnasiums. An ihrer Schule ist die Zahl der Anmeldungen von 87 im vergangenen Jahr auf 134 emporgeschnellt. Und das wirft bei besorgten Eltern und deren Kindern immer die Frage auf, ob sie auch die Schule ihrer Wahl besuchen dürfen.
Seit wenigen Tagen kann Studiendirektorin Maria Rauhut den Eltern gute Nachrichten übermitteln. Denn jetzt flatterte der Brief vom Regierungspräsidium ins Rektorat: Das Mörike-Gymnasium kann fünf statt drei Eingangsklassen bilden und alle angemeldeten Schüler auch aufnehmen.
Auch an den anderen Göppinger Gymnasien sieht es gut aus: Das Werner-Heisenberg-Gymnasium (105 statt 99 Anmeldungen) kann vier statt bisher drei Eingangsklassen einrichten. Am Freihof-Gymnasium (85 statt 102 Anmeldungen) werden es nur noch drei Eingangsklassen sein, am Hohenstaufen-Gymnasium wie bisher zwei. „Rechnerisch ergibt sich am Hohenstaufen-Gymnasium ein geringfügiger Lenkungsbedarf. Das Regierungspräsidium geht jedoch davon aus, dass die Schulleitung alle angemeldeten Schülerinnen und Schüler aufnehmen wird“, erklärt Andrea Panitz, Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart.
Im Landkreis Göppingen wird es an den neun allgemeinbildenden Gymnasien im kommenden Jahr insgesamt 31 statt bisher 29 Fünferklassen geben. Das liegt auch daran, dass die Gymnasien im Kreis entgegen dem Trend an Fünftklässlern zulegen werden: Allein an den vier Gymnasien in der Kreisstadt Göppingen steigt die Zahl von 339 auf 385, das ist ein Plus von fast 14 Prozent innerhalb eines Jahres.
„Im Regierungsbezirk Stuttgart sind die Anmeldezahlen an den Gymnasien insgesamt zurückgegangen“, bestätigt Panitz. Es sei „naheliegend“, dies auf die veränderte Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung zurückzuführen. Eine Erklärung für den Göppinger Ausreißer nach oben hat das RP hingegen nicht. „Das Regierungspräsidium kann dies nur zur Kenntnis nehmen. Wir verfügen nicht über Informationen zu den maßgeblichen Entscheidungskriterien der Eltern für die Auswahl der Schulart in Göppingen.“
Es werde immer versucht, dem Elternwillen zu entsprechen, sagt das RP. Eine Garantie gibt es aber nicht. „Eingangsklassen dürfen nur im Rahmen der auf Dauer verfügbaren Aufnahmekapazitäten der Schule gebildet werden“, stellt Andrea Panitz vom RP klar. Das Mörike-Gymnasium beispielsweise könnte aus Platzgründen nicht auf Dauer jedes Jahr fünf Eingangsklassen aufmachen, räumt Maria Rauhut ein. Das sei nur diesmal unproblematisch, weil es im vergangenen Jahr lediglich drei Klassen waren und auch in der Mittelstufe gegenüber dem Vorjahr eine Klasse weniger gebildet werde.
Die konfliktträchtigen Schülerlenkungen sind an den Gymnasien im Kreis Göppingen in der Zukunft also beileibe nicht vom Tisch. „Vor der Bildung von Parallelklassen ist zu prüfen, ob an benachbarten Schulen in zumutbarer Entfernung die entsprechenden Schülerplätze zur Verfügung stehen“, erklärt das Regierungspräsidium. Es gelte der Klassenteiler von 30, ebenso spiele die Raumkapazität eine wichtige Rolle. Es könnten auch geringfügig mehr als 30 Kinder pro Klasse aufgenommen werden. Zugleich sollten ausreichend Plätze für Zuzüge an den Gymnasien vorhanden sein.