Schulcampus in Stuttgart-Feuerbach Größtes Gymnasium legt einen guten Start hin

Von Torsten Ströbele 

Die Rektorin des Neuen Gymnasiums Leibniz zieht nach der Zusammenlegung der beiden Schulen eine positive Bilanz. Bevor die Bautätigkeiten für den neuen Campus beginnen, soll das pädagogische Konzept noch den letzten Feinschliff bekommen.

Der neue Schulcampus an der Klagenfurter Straße soll im Jahr 2027 fertig sein. Die  Kosten werden derzeit auf  67,3 Millionen Euro geschätzt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Der neue Schulcampus an der Klagenfurter Straße soll im Jahr 2027 fertig sein. Die Kosten werden derzeit auf 67,3 Millionen Euro geschätzt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart-Feuerbach - Vor rund fünf Monaten ist die Fusion zwischen dem Neuen und dem Leibniz-Gymnasium in Feuerbach über die Bühne gegangen. Mit etwa 1200 Schülern ist die Einrichtung an der Klagenfurter Straße seitdem das größte Gymnasium in der Landeshauptstadt. Rektorin Susanne Heß ist vom Start der fusionierten Schule begeistert: „Es ist ruhiger und unproblematischer gelaufen als gedacht. Im Vorfeld sind wir alle etwas ängstlicher gewesen. Aber es ist entspannt.“ Klar gebe es manchmal noch Dinge und Abläufe, die angepasst werden müssten. Schließlich hatten die beiden Gymnasien teilweise unterschiedliche Regelungen, zum Beispiel bei der Pausenaufsicht, „aber bei uns herrscht keine Anarchie. Der gute Wille aller Beteiligten ist da, einheitliche Regelungen zu erarbeiten. Die Lehrer ziehen fantastisch mit. Wir kriegen das alles wirklich sehr gut hin“, betont Heß.

Im ersten Schuljahr nach der Fusion sei das oberste Ziel, das neue pädagogische Konzept zu perfektionieren. Unter anderem sei man seit September auch Ganztagsschule – das betreffe erst einmal nur eine fünfte Klasse. 25 der insgesamt 167 Fünftklässler nutzen dieses Angebot im G8-Zug. „Alle, die sich dafür angemeldet haben, konnten berücksichtigt werden“, sagt Susanne Heß. Die restlichen Mädchen und Buben werden in drei G9- und zwei bilingualen G8-Klassen unterrichtet. „Unser Angebot ist nach der Fusion noch größer und besser geworden“, schwärmt die Rektorin. Das gelte nicht nur für das schulische Angebot, sondern auch für die zahlreichen Arbeitsgemeinschaften. Spanisch und russisch könne man lernen, im Chor und Orchester tätig sein, Musicals einstudieren, Theater oder Tischtennis spielen und sich in den sogenannten Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) weiterbilden – egal, ob guter oder schlechter Schüler. „Das ist der Luxus einer großen Schule“, sagt Heß. „Nichtsdestotrotz werden wir uns im Februar noch einmal zusammensetzen und evaluieren, was gut läuft und was noch besser werden muss.“

Die Kosten belaufen sich derzeit auf rund 67,3 Millionen Euro

Zum Beispiel bilden sich teilweise noch lange Warteschlangen bei der Essensausgabe, die nun komplett im denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Leibniz-Gymnasiums stattfindet. An vier Tagen die Woche wird dort mittlerweile für bis zu 200 Schüler frisch gekocht. „Wir haben das vom Leibniz-Gymnasium übernommen und ausgebaut“, betont Heß. „Wir können das aber nur deshalb leisten, weil es rund 100 Ehrenamtliche gibt, die unsere 450-Euro-Kräfte tatkräftig unterstützen.“

Die langen Wartezeiten an der Essensausgabe werden wohl erst endgültig in den Griff zu bekommen sein, wenn der neue Schulcampus mit Mensa gebaut wurde. Das wird allerdings noch dauern. „Die Fertigstellung des Gesamtkomplexes ist für 2027 geplant“, erklärt der Leiter des Hochbauamtes, Peter Holzer, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Bauzeit wird rund sechs Jahre betragen. „Wir sind froh, dass wir eine für den Stadtteil sehr verträgliche städtebauliche Lösung für den anspruchsvollen Baukomplex finden konnten.“ Die Kosten für den Campus belaufen sich derzeit auf 67,3 Millionen Euro.

Während der Baumaßnahme werden Teile des Unterrichts auf jeden Fall in Interimsquartieren stattfinden müssen. „Derzeit wird vertieft untersucht, in welchem Umfang das sein wird – entweder durch Anmietung von Schulraum oder durch Aufstellung von Interims-Klassenzimmern“, sagt Philipp Forstner vom Schulverwaltungsamt auf Nachfrage. „Es ist davon auszugehen, dass zumindest ein Teil des Interimsbedarfs durch Container gedeckt werden muss, die dann auf dem Feuerbacher Festplatz aufgestellt werden, da auf dem restlichen Campus-Gelände hierfür keine geeigneten Flächen zur Verfügung stehen.“ Eine konkrete Konzeption gibt es allerdings noch nicht.

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