Gemeinsam bestritten Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Montag den Katastrophenschutztag an der Gemeinschaftsschule Döffingen. Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen waren mit Feuer und Flamme dabei. An sechs verschiedenen Stationen übten sie unter anderem, Sandsäcke zu füllen und eingeklemmte Personen zu retten. Der Katastrophenschutztag ist in Zeiten von Krisen und Krieg Pflichtveranstaltung für alle sechsten Klassen in Baden-Württemberg.
Bereits im vergangenen Jahr gab es die Veranstaltung an der Schule im Grafenauer Teilort, damals ausschließlich unter der Ägide des DRK-Ortsvereins. Diesmal war auch die Feuerwehr mit von der Partie. Jede der beiden betreute insgesamt drei Stationen – im Freien, im Graf-Ulrich-Bau und in der Schule. Beim DRK ging es um Erste Hilfe, Notvorräte samt Notfallrucksack und den Katastrophenschutz im Allgemeinen. Bei der Feuerwehr wurde mit Löschrucksack und Feuerpatsche fiktiven Flächenbränden zu Leibe gerückt, Sandsäcke mit Schaufel und Trichter gefüllt und ein eingeklemmter Dummy mit der Handwinde von einem Baumstamm befreit. „Ihr ward eine tolle Truppe“, lobte Feuerwehrfrau Anna Köllner eine Gruppe Sechstklässlerinnen, die vor allem von den Sandsäcken und vom gemeinsamen Händewaschen ausgesprochen begeistert waren.
Fahrzeuge in ungeheizter Halle
Der DRK-Ortsverein Grafenau war mit fünf Mitgliedern vor Ort, angeführt von der Vorsitzenden Erika Altendorf und ihrem Sohn Christian, seines Zeichens Bereitschaftsleiter und Zugführer des Katastrophenschutzes. „Durch die Katastrophen der letzten Jahre ist der Bevölkerungsschutz wieder mehr in den Fokus gerückt“, sagte Christian Altendorf mit Blick auf beispielsweise die Überschwemmungen im Ahrtal. Und fügte hinzu: „Da war viel Wissen verloren gegangen.“ So könnte auch im eigenen Flecken – mit seinen drei fließenden Gewässern – die Notunterbringung im Fall von Hochwasser zum Thema werden. Eines der vier Fahrzeuge des DRK Grafenau gehört zu einem der vier Bevölkerungsschutzzüge des Kreises Böblingen und in geringerem Maß haben Christian Altendorf und seine Mitstreiter mit der Anschaffung von Gaskochern und –brätern oder Thermobehältern Eigenvorsorge betrieben. Alles Weitere müsste im Fall der Fälle auf Landesebene angefordert werden.
Zunehmend besser aufgestellt ist der DRK-Ortsverein Grafenau beim ehrenamtlichen Personal. Aus weniger als einem halben Dutzend Mitstreitern vor einigen Jahren sind heute 30 geworden. Und bei der 20-köpfigen Kindergruppe ab zehn Jahren gebe es, nicht zuletzt dank des ersten Katastrophenschutztags im vergangenen Jahr, sogar eine Warteliste. „Wir sind an der Grenze“, erklärte Pauline Kiefer, die gerade als Jugendbetreuerin neu eingestiegen ist. Bedarf gebe es aber bei der Unterbringung des DRK. Garagen stünden nur für zwei der vier Fahrzeuge zur Verfügung und die befänden sich in einer ungeheizten Halle. „Wir müssen uns im Winter bei Minusgraden umziehen“, sagte Christian Altendorf. Er hadere damit, dass zwar eine neue Feuerwache in Grafenau geplant ist, für das DRK aber bislang kein besseres Domizil in Aussicht.