Kulturagenten fördern an Werkreal- und Realschulen Kunst und Kreativität. Am Bildungszentrum Seefälle in Bonlanden haben Schüler ein Hörspiel aufgenommen.

Bonlanden/Leinfelden - Stefanie Seiz-Kupferer ist Kulturagentin. „Das hat nichts mit James Bond zu tun“, erklärt sie den Schülern in der Aula der Werkrealschule im Bildungszentrum Seefälle. Im bundesweiten Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“ hat sie die Aufgabe, bei Werkreal- und Realschülern aus Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt Neugier für die Kunst zu wecken und mehr Kenntnisse über Kunst und Kultur zu vermitteln.

 

Vier Jahre lang wird sie an der Ludwig-Uhland-Schule und der Immanuel-Kant-Realschule in Leinfelden sowie an der Werkrealschule Seefälle in Bonlanden Projekte anstoßen und begleiten. Im Dezember fand an der Leinfelder Werkrealschule die erste Auftaktveranstaltung statt, am Mittwoch hat die Bonländer Werkrealschule (WRS) ihren Auftakt gefeiert.

Gemeinsam mit dem Sprachkünstler und Musiker Jonas Bolle hat die Klasse 5a ein Hörspiel aufgenommen, das an diesem Mittag den Schulkameraden zum ersten Mal vorgespielt wurde. Für die Schüler war es eine besondere Erfahrung, die Aufnahme über fünf Wochen im Deutschunterricht und an zwei Tagen Workshop vorzubereiten. Sie haben Instrumente gespielt, Texte geschrieben und geübt, wie man Sprechen und Geräusche zusammenbringt. „Es gab auch Streit, wer die Hauptrollen bekommt“, berichtet ein Fünftklässler.

Nach dem Hörspiel sind weitere Projekte angedacht

„Die Schüler haben fünfeinhalb Wochen konzentriert durchgearbeitet“, erzählt ihre Lehrerin Laura Zellmer. „Das Projekt hat bei den Schülern die Schreib-, Sprach-, Medien- und Sozialkompetenz angesprochen“, sagt sie. Die älteren Mitschüler honorieren das Resultat der Arbeit mit Applaus. So wie die Fünftklässler können und sollen auch sie jetzt Ideen umsetzen. „Es ist ganz viel möglich, ihr müsst aber jetzt nicht alle ein Hörspiel machen“, ermutigt die Kulturagentin Seiz-Kupferer.

„Das Angebot unserer Ganztagesschule soll durch das Kulturagenten-Programm noch erweitert werden“, sagt Ralph Schindler, Schulleiter der WRS. Es gebe schon viele Ideen, sagt er. Auch schulübergreifende Projekte sind angedacht. 40 000 Euro stehen dem Netzwerk mit den drei Schulen jährlich für das Programm zur Verfügung. „Das ist ein Betrag, mit dem viele Dinge durchgeführt werden“, ergänzt Schindler.

Am Freitag erfolgt an der IKR in Leinfelden der Auftakt des Kulturagentenprogramms. In der Aula wird die Klasse 9c zur Mittagszeit mit dem aus Tübingen stammenden Klangkünstler Fried Dähn ein Hörschauspiel aufführen. Ein Projekt hat die Klasse bereits angestoßen: Mit ihrer Lehrerin hat sie ein Schülerradio aufgebaut, dessen Programme jeden Freitag in der großen Pause gesendet werden.