Schulen in der Corona-Krise Gymnasiallehrer kritisieren grundsätzliche Versetzung

Das Kultusministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass alle Schüler grundsätzlich in das nächste Schuljahr versetzt werden sollen. Foto: dpa/Uwe Anspach
Das Kultusministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass alle Schüler grundsätzlich in das nächste Schuljahr versetzt werden sollen. Foto: dpa/Uwe Anspach

Wegen der außergewöhnlichen Lage durch das Coronavirus will das Kultusministerium alle Schüler im Südwesten ins nächste Schuljahr versetzen lassen. Die Gymnasiallehrer halten nichts von dem Vorstoß.

Stuttgart - Die Gymnasiallehrer im Südwesten sehen eine grundsätzliche Versetzung von Schülern in das nächste Schuljahr kritisch. „Wenn alle Schüler versetzt werden, kommt das dicke Ende eben im nächsten Jahr“, sagte Ralf Scholl, der Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg. Keinem Schüler dürften wegen der aktuellen Situation Nachteile entstehen. „Aber von vornherein zu sagen, dass kein Schüler sitzenbleiben dürfe, finde ich nicht angemessen. Jedenfalls nicht im Gymnasium.“

Landeselternbeirat begrüßte die Entscheidung

Das Kultusministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass alle Schüler grundsätzlich in das nächste Schuljahr versetzt werden sollen. Grund sei, dass die Versetzungsentscheidung auf Grundlage der Noten im Jahreszeugnis getroffen würden. Die Bewertung von Schülerleistungen sei in den vergangenen Wochen aber ausgesetzt gewesen und auch in der kommenden Zeit nur sehr stark eingeschränkt möglich. 

Der Landeselternbeirat begrüßte die Entscheidung. „Schülerinnen und Schüler sollen durch die aktuelle Situation keine Nachteile haben“, sagte Verbandschef Carsten Rees. Es sei nicht zu verantworten, Schüler ohne solide Leistungsbewertung sitzenzulassen. „Man kann sich doch nicht ehrlich hinstellen und Bewertungen abgeben wollen über Unterricht, der nicht stattgefunden hat.“ 

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