Schulen in Deutschland Jedes Kind braucht eine Chance

Die Chancen im deutschen Bildungssystem sind sehr ungleich verteilt. Foto: Leonie Asendorpf/dpa

Aufstieg durch Bildung – das ist ein zentrales Versprechen in diesem Land. Doch es wird dauerhaft gebrochen, kommentiert Tobias Peter.

Korrespondenten: Tobias Peter (pet)

Jedes Jahr belegen neue Studien, dass in Deutschland der Bildungserfolg stark daran gekoppelt ist, aus was für einer Familie jemand kommt. Haben die Eltern studiert und ein gutes Einkommen? Die Antwort auf diese Frage gibt einen stärkeren Ausschlag als Talent und Leistungsbereitschaft. Das ist ein jämmerlicher Zustand für ein Land, das Aufstieg durch Bildung verspricht.

 

Das deutsche Bildungssystem versagt bei einem zentralen Auftrag: dass alle eine gute Chance bekommen. Doch die verantwortlichen Politiker machen, nach einem kurzen Ausdruck des Bedauerns über eine aktuelle Studie, weitgehend weiter wie gehabt. Wenn sich nicht viel ändert, werden bei Bildungsstudien in den nächsten Jahren noch schlechtere Ergebnisse verkündet werden als jetzt schon. Es wird dann wieder Bedauern und Achselzucken der Politiker geben. Um das zu verhindern, müssen zum Beispiel Sprachprobleme verstärkt in der Frühförderung angegangen werden. Das Geld muss dahin, wo es am meisten gebraucht wird. Vor allem aber gilt: Dreh- und Angelpunkt von Schule ist der Unterricht. Hier muss die Veränderung ansetzen.

Dreh- und Angelpunkt ist der Unterricht

Lehrer müssen mehr im Team arbeiten und ihre Zeit auf die Betreuung der Schülerinnen und Schüler verwenden können – statt auf Verwaltungsaufgaben. Dann wollen vielleicht auch mehr Menschen Lehrer werden. Ein Land im demografischen Wandel kann es sich nicht leisten, auch nur einem Kind keine faire Chance zu geben.

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